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Menschen, die auf Kühe starren

Kuhbingo Menschen, die auf Kühe starren

Rund 100 Menschen ließen gestern die Hinterteile von drei Kühen nicht aus den Augen und ließen sich einiges einfallen, damit die Tiere einen Fladen an der richtigen Stelle fallen lassen.

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Ungewöhnliche Aufmerksamkeit erhielten drei Kühe von Wilfried Herbst während des ersten „Wohrschen Kuhbingos“.

Wohra. Drei Fladen hätten es sein sollen, am Ende musste sich eine Kuh zweimal ihrer Last entledigen: Mit zufriedenem Gesichtsausdruck hatte „Vera“ Feld Nummer 21 getroffen, das dem abwesenden Peter Hartmann gehörte. Der Bürgermeister rückte aber sofort an, genoss die Gaudi und stellte den gerade gewonnen Hauptpreis wieder zur Verfügung. Er wolle lieber am 7. Oktober als Sieger nach Hause gehen - dann ist in Wohratal Bürgermeisterwahl.

Und so ging das erste „Wohrsche Kuhbingo“ in die Verlängerung und ließ rund 100 Menschen weiter gebannt auf Hintern starren und auf zielgenaue Fladen hoffen. 100 Felder waren von den das Festwochenende ausrichtenden Burschen markiert worden. Einen Haufen Glück als Gewinner des Kuhbingos hatten letztendlich Hans-Jürgen Gilsebach, Elsbeth Vollmerhausen (die im zweiten Versuch den Hauptpreis gewann) und Heike Strack-Leonhäuser. Letztere hätte ein Fass Bier ihr Eigen nennen dürfen, doch sie spendete es lieber der Burschenschaft - die selbiges heute nach dem Abbau des Zeltes leeren wollen. Nach mehreren Tagen Stress bekommen sie die Möglichkeit, anderen bei der Arbeit zuzuschauen: Zwischen 12 und 13 Uhr (und nicht, wie ursprünglich angekündigt, um 9 Uhr) kommen die Hessencamper des Hessischen Rundfunks nach Wohra, um die Überreste vom Kuhbingo zu entfernen und den Platz wieder auf Vordermann zu bringen.

Leer ging übrigens gestern niemand aus: Alle Felder gewannen, entsprechend musste sich niemand ärgern, dass andere beschissen wurden.

Aber auch der Rest des Wochenendes war ein voller Erfolg: Zum Tanzabend kamen rund 200 Besucher und auch beim Festgottesdienst mit Pfarrer Hardy Reineck fanden sich zahlreiche Gläubige ein.

Am Spiel ohne Grenzen, das Carola Kisselbach, Katja Premuzic und Carina Homberger organisiert hatten, nahmen sieben Mannschaften teil - darunter sogar Teams aus Sindersfeld und Rosenthal. Der Sieg blieb aber im Dorf: Die Mitglieder des Stammtischs „Komm, mach mit - tratsch Dich fit“ setzten sich im Finale gegen die „Schlächt Hänse“ und „Vier WWs“, einer reinen Frauenmannschaft, durch. Im Finale musste dann sogar Jens Ratz ran, der die Burschen bei der Ausrichtung des Festwochenendes unterstützte. Allerdings fehlte seinem Stammtisch im Finale das vierte Mitglied, also sprang der Moderator des Kuhbingos ein. „Das sieht ja harmloser als im vergangenen Jahr aus“, habe er im Vorfeld gesagt, berichtete Carola Kisselbach. Nach dem anstrengenden Parcour mit unter anderem Apfeltauchen und Dosenschießen saß er dann jedoch mit hochrotem Kopf im Festzelt und analysierte messerscharf: „Die Spiele waren wieder super, aber die Rahmenbedingungen waren härter. Es war ja schon brutal, bei der Hitze zuzuschauen - aber dann auch noch mitzumachen... Mein Respekt für alle Teilnehmer.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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