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Ostkreis Festmahl für 200 Bedürftige
Landkreis Ostkreis Festmahl für 200 Bedürftige
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00:18 07.12.2018
Die Gäste wurden von über 30 ehrenamtlichen Helfern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bedient, darunter auch Landrätin Kirsten Fründt.  Quelle: Thorsten Richter
Marburg

„Perfekt“, sagt Diana Agostin über ihr Festmahl. Sie war nicht die Einzige, die mit Gänsekeule, Klößen und Rotkraut mehr als zufrieden war. „Das Fleisch löst sich ganz leicht vom Knochen ab, das ist ideal“, schwärmt Agostin. Ihre Begleiterin sagt: „Wann gibt es bei uns denn schonmal Gans?“

In einem ­abgetrennten Bereich in der Stadthalle werden die Essensteller gefüllt. Vom Sparkassen-Chef bis zum Handwerksmeister, von Polit-Prominenz bis zur OP-Geschäftsführerin: Die Helfer in weißen Schürzen servierten das Weihnachtsessen, Getränke und vor allem warmherzige Gespräche.

Wieso das ehrenamtliche Engagement? „Man kann mit etwas Einsatz für viel Freude sorgen“, sagt Franziska Knetsch, Schauspielerin am Hessischen Landestheater, die gestern eine von über 30 Helfern war. „Die Idee finde ich toll, so leistet man echte Hilfe, das ist praktisches Ehrenamt“, sagt Ralf Laumer, Lions-Club-Vorsitzender, als über die Boxen der Stadthalle der Song „Can you feel the love tonight“ erklingt.

Ehepaar Ahrens spendete Essen

Albert Schmidt aus Marburg ist schon zum zweiten Mal Gast bei der Veranstaltung. Er freut sich besonders über das selbstgemachte Essen. Denn in seinem Junggesellenhaushalt gebe es meistens nur Fertigessen, erklärt der 70-Jährige.

Unter dem Tisch liegt ein Plastik-Sack. Am Eingang der Stadthalle hat sich Schmidt zuvor schon mit zwei gespendeten Jacken eingedeckt. Die auffällig vielen Kinder im Saal schielen vor allem erwartungsfroh auf die Geschenktüten auf der Bühne: Darin sind Kartoffelchips und Süßigkeiten, die eben nicht zum Alltag jener Marburger gehören, für die aufgetischt wurde.

Die vierjährige Mia sitzt auf einem Frisörstuhl. Sie bekommt zum ersten Mal in ihrem Leben professionell die Haare geschnitten, kostenlos von Mitarbeitern der Domino-Frisörsalons. Mias 37-jährige Mutter sagt: „Sie findet es gerade ganz aufregend“.

Die Marburgerin freut sich vor allem, „mit meiner Tochter mal einen gemeinsamen Abend in der Stadt zu genießen“, erklärt sie. Ein 46-Jähriger, der seit 25 Jahren auf der Straße lebt und sich selbst einen „Reisenden“ nennt, sagt: „Ich find‘s sehr schön, dass so etwas angeboten wird.

Solche Angebote hast du nicht überall“. Den Winter verbringt er sonst in Südeuropa, 
erzählt er. Organisiert wurde das Gänseessen von der Marburger Tafel um die Vorsitzende Rita Vaupel, mit Unterstützung der Diakonie, des Caritas und des Vereins „Frauen helfen Frauen“.

Das Unternehmer-Ehepaar Ahrens spendete das Essen, Ferrero Süßigkeiten, Sparkasse und Volksbank Geld.

von Freya Altmüller

und Björn Wisker