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Mehr Sicherheit in den Nachtstunden

Neujahrsmarkt in Kirchhain Mehr Sicherheit in den Nachtstunden

Sonnenschein und Temperaturen knapp unter null Grad gelten als ideales Neujahrsmarkt-Wetter. Glaubt man den Meteorologen, wird es damit am Samstag nichts. Die Wetterfrösche erwarten um die acht Grad.

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Sonderpreise und bunte Textilien gehören zum Kirchhainer Neujahrsmarkt.

Quelle: Tobias Hirsch

Kirchhain. Dazu kommt eine Regenwahrscheinlichkeit von 65 Prozent. Wie gut, dass sich die Besucher des Kirchhainer Neujahrsmarkts im Bedarfsfall wetterfest einkleiden können. Für Marktmeister Yörn Weber ist diese Art von Wetterlage kein Problem. Ganz anders war das vor sieben Jahren, als es am Vortag pausenlos geschneit hatte. Damit der Markt stattfinden konnte, musste tonnenweise Schnee aus der Innenstadt geräumt werden.

Dieser heroische Akt ist allen in Erinnerung geblieben, die damals in der Verantwortung standen. Schließlich galt es, einen Nimbus zu verteidigen. Mit Ausnahme von Kriegszeiten ist der Neujahrsmarkt noch nie ausgefallen.

Eine Besonderheit: In diesem und im kommenden Jahr fällt der Neujahrsmarkt auf einen Samstag. Da das größte Kirchhainer Volksfest nie an Sonntagen stattfindet, wird der Neujahrsmarkt 2018 vom 30. auf den 29. Dezember vorverlegt.

Bürgermeister Olaf Hausmann und Yörn Weber glauben im Gespräch nicht, dass die jeweils arbeitsfreien Markttage 2017 und 2018 Auswirkungen auf die Besucherzahlen haben. „Wir rechnen wieder mit 15 000 bis 20 000 Besuchern in der Stadt, sagte Olaf Hausmann. Yörn Weber ergänzte: „Für Kirchhainer ist der Neujahrsmarkt ein besonderes Highlight. Die kommen so oder so.“

Aber auch für das Umland ist der Markt von großer Bedeutung, weil es beim Neujahrsmarkt alles gibt, wonach man anderswo vergeblich sucht. Ältere Leute aus der Umgebung gehören zu den ersten Besuchern, die schwer bepackt mit den Schätzen des Neujahrsmarkts das Gelände verlassen, noch bevor die Feier-Fraktion zum ersten Mal am Glühweinbecher genippt hat.

160 Händler haben
 sich angemeldet

Damit insbesondere die „Käufer“ wieder auf ihre Kosten kommen, haben sich 160 Händler angemeldet. „Wir bewegen uns damit gleichbleibend auf einem Niveau. Früher waren es sogar 250 Händler, aber dann kam Duisburg“, sagte Yörn Weber.

Nach dem Loveparade-Unglück hatte die Stadt ein Sicherheitskonzept für den Markt in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Für Fluchtwege und Panikräume dürfen die Marktstände nicht mehr dicht an dicht aufgebaut werden.

Zudem wurden Marktstände aus den kleinen Nebenstraßen verbannt. Für Yörn Weber ist letzteres kein Verlust. Die Nebenstraßen seien bei den Händlern wegen schwacher Kundenfrequenz und geringen Umsätzen unbeliebt gewesen, sagt er.

Offiziell geöffnet ist der Markt am Samstag zwischen 8 und 18 Uhr. Zum Marktgelände gehören der Bahnhofsvorplatz, die Bahnhofstraße (Fußgängerzone), die Brießelstraße, der Parkplatz Brießelstraße, die Schulstraße vor dem Bürgerhaus, der Marktplatz und die Straßen Unterm Groth und Gänseburg.

Eisenbahn für die jüngsten Besucher

Wieder in das Marktgelände integriert ist der Parkplatz am Hexenturm, der im vergangenen Jahr wegen Bauarbeiten nicht nutzbar war. Wie Yörn Weber berichtete, werden zehn Händler mit ihren Ständen den Platz säumen. Mittendrin befindet sich eine Eisenbahn für Kinder.

Spätestens mit dem offiziellen Marktende ist es für die Partygänger höchste Zeit, sich einen Sitz- oder Stehplatz in einer der Kirchhainer Gaststätten zu sichern. Für den Soundtrack der langen Nacht sorgen im Schlachthaus, das zum Gasthaus Hessischer Hof gehört, die Bands Brennholz, Heads und Skyliner. Die Kultband Softeis ist nach zweijähriger Pause Topact der Neujahrsmarkts.

Das Konzert beginnt um 19 Uhr im Bürgerhaus. Die Bands Ages, Benli 
und Glasbowstones spielen im Vorprogramm. Die Fußballer des TSV Kirchhain laden wieder in die KuRa-Bar ein, die sich 
diesmal in der Bullenhalle befindet.

Für einen reibungslosen und sicheren Ablauf des Festes sorgen ab 6 Uhr in zwei Schichten die Mitarbeiter des städtischen Fachbereichs für Sicherheit und Ordnung sowie ehrenamtliche Helfer. Insgesamt 50 sind im Dienst der Sicherheit auf dem Marktgelände sichtbar unterwegs.
In den Abend- und Nachtstunden sind die City-Streife und ein Security-Dienst unterwegs.

„Wir wollen schnell auf aggressive Leute reagieren können, die den erfreulichen Anlass missbrauchen wollen“, erklärt der Bürgermeister. Die generelle Sicherheitslage habe sich nicht geändert. In Gesprächen mit der Polizei sei von einer abstrakten Sicherheitslage die Rede gewesen. Die Stadt werde angemessen auf diese reagieren.

von Matthias Mayer

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