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Mehr Flexibilität ist nötig

Bundewehr Mehr Flexibilität ist nötig

Der Termin hatte Symbolcharakter: General und Bürgermeister enthüllten gestern das neue Schild der Division Schnelle Kräfte, durch die der Standort langfristig gesichert wird.

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Bürgermeister Christian Somogyi und Brigadegeneral Reinhardt Zudrop zogen gestern eine
Abdeckung vom Schild, das auf die Division Schnelle Kräfte hinweist. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Aus der Division Spezielle Operationen ist die Division Schnelle Kräfte (DSK) entstanden, was weit mehr als nur einen Namenswechsel bedeutet. Die DSK ist nunmehr eine von nur noch drei Divisionen der Bundeswehr. Gestern würdigten der stellvertretende Kommandeur Brigadegeneral Reinhardt Zudrop und Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi den Umstand mit der Enthüllung eines Straßenschildes, auf dem nun die drei Buchstaben DSK statt wie bisher DSO stehen. Der Umbau der Division und der ihr unterstellten Verbände ist jedoch noch in vollem Gange, wie Zudrop gegenüber dieser Zeitung betonte. Zum 1. Januar hat die Stadtallendorfer Divisionsführung aber bereits einige neue Zuständigkeiten. Sie ist verantwortlich für die Heeresflieger-Regimenter, in der Heimat wie im Einsatz. Außerdem untersteht der neuen DSK der Luftrettungs-Dienst „SAR“ bereits. Nach wie vor gibt es konkrete Überlegungen, dessen Leitstelle von Münster nach Stadtallendorf zu verlegen. Eine letzte Entscheidung steht noch aus. Die Division Schnelle Kräfte präsentiert sich am 12. Juni in Stadtallendorf erstmals einer breiten Öffentlichkeit. Bis dahin ist die Umgliederung im Divisionsstab und den zur DSK gehörenden Verbänden zu weiten Teilen vollzogen.

Nach den Planungen gehören bei Abschluss aller Umgliederungen rund 9000 Soldaten zur Division Schnelle Kräfte, darunter befinden sich auch etwa 2100 Soldaten der 11. Luchtmobielen Brigade aus den Niederlanden, einer Eliteeinheit des Nato-Partners. Am Standort Stadtallendorf wird der Bund in den nächsten Jahren weiter investieren müssen. Im November sprach Zudrop von einer Summe von etwa 60 Millionen Euro, die noch mittel- und langfristig ausgegeben werden sollen.

Es geht um Um- wie Neubauten, vorrangig natürlich auf dem Gelände der Herrenwaldkaserne. Auf der Wunschliste weit vorne rangiert die zahnmedizinische Abteilung, die sich noch in der Hessenkaserne befindet. Das wird voraussichtlich auch noch im nächsten Jahr der Fall sein. Danach soll sie in der Herrenwaldkaserne angesiedelt werden, wo sich schließlich auch die meisten Soldaten befinden.

n Die Ankündigung von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die Bundeswehr insgesamt familienfreundlicher gestalten zu wollen, stößt beim ranghöchsten Offizier am Standort Stadtallendorf auf offene Ohren. Reinhardt Zudrop sieht allerdings keine Besonderheiten bei den Soldaten der Herrenwaldkaserne. Allerdings erhöht sich der Anteil der längerdienenden Soldaten in Stadtallendorf stetig. Die Lebensumstände für Soldaten müssten sich insgesamt verbessern, gerade im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zudrop sieht, wie seine Dienstherrin, die Bundeswehr in der Pflicht, ein attraktiverer Arbeitgeber zu werden.

„Wir müssen nicht nur Personal gewinnen, sondern auch an uns binden“, sagt Zudrop im Gespräch mit der OP. Er spricht sich für flexiblere Arbeitszeitmodelle für Soldaten aus, hält Arbeitszeitkonten, die von der Leyen angestoßen hatte, für eine sinnvolle Idee.

Ein Fortschritt wäre es aus Zudrops Sicht auch, wenn es gelänge, Soldaten nach belastenden Einsätzen mehr Zeit mit ihren Familien zu verschaffen. „Dass wir Soldaten belastet werden, bringt der Beruf mit sich, wichtig ist, dass es einen Ausgleich gibt“, fasst es der stellvertretende Divisionskommandeur zusammen.

Auch beim Thema Versetzungen, deren Zahl der Ministerin zu hoch ist, sieht Zudrop durchaus noch Handlungsspielräume. Zwar habe sich beim Laufbahnrecht schon einiges getan. „Doch das reicht vielleicht noch nicht“, so seine Einschätzung.

von Michael Rinde

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