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Maschinen rollen auch an Samstagen

Großbaustelle B 454 Maschinen rollen auch an Samstagen

Seit neun Tagen gilt die Vollsperrung der Bundesstraße 454. Bisher hat die Baufirma ihren Zeitplan eingehalten. In der Stadt läuft der Umleitungs-Verkehr besser als erwartet.

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Bagger richten den Untergrund für den Anschluss an die Fahrbahn der Bundesstraße her. Auf der anderen Seite der Baustelle (zweites Foto) entstehen Bohrlöcher für eine Stützwand. Fotos: Rinde

Stadtallendorf. Dicker Kies bedeckt die künftige Fahrspur der künftigen Rampe aus Richtung Neustadt. Vor zwei Tagen standen Bauarbeiter dort noch im Morast. Am Montag rückt die Asphaltierungskolonne an. „Bisher haben wir alle Zeitpläne, die wir uns gesetzt hatten, auch eingehalten“, freut sich Kai-Uwe Donges, Schachtmeister der Baufirma. Bei den Straßenbauern heißen Poliere Schachtmeister.

Eine Schnur markiert die künftige Fahrbahnhöhe. 75 Zentimeter Kies und Asphalt kommen auf den Boden. Am anderen Ende der Baustelle, in Höhe der Einmündung zum Röntgenweg, bereiten Bagger den Anschluss der Fahrbahndecke an die Bundesstraße vor. Dort ist der Höhenunterschied geringer.

Ab 24. Mai rollt der Verkehr zumindest aus Richtung Neustadt durch die Baustelle. Autofahrer aus Richtung Kirchhain müssen weiterhin via Umleitung in die Stadt hinein fahren. Das soll noch bis zum 2. Juni so weitergehen.

„Das alles gilt natürlich nur, wenn das Wetter weiterhin mitspielt. Wenn es natürlich unwetterartig regnet, gefährdet das den Zeitplan“, schränkt Projektleiter Bernd Weber von HessenMobil (früher Amt für Straßen- und Verkehrswesen) ein.

Seit Beginn der Bauarbeiten leiden einige Anlieger ganz besonders unter Straßentieferlegung und Kreuzungsumbau. Einer von ihnen ist der Betreiber des Getränkeladens. Seit der Vollsperrung habe sich die Situation noch einmal verschärft. „Bisher lag der Umsatzrückgang bei etwa 25 Prozent, jetzt liegt er bei 40 Prozent“, sagt Claudio Finck. Nur die treuen Stammkunden hielten sein Geschäft am Leben. Alle seien genervt, er habe noch keinen getroffen, der die Bauarbeiten für nötig und sinnvoll halte. „Doch vielleicht ändert sich das, wenn der Verkehr mal rollt“, mutmaßt er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Auch an Samstagen fahren die Baumaschinen und dröhnt das Bohrgerät. Brückentage gibt es für die aktuell 20 Arbeiter auf der Baustelle nicht, so knapp ist die Zeit. Der Dauerbetrieb geht auch auf den Spritverbrauch der Baumaschinen. Aktuell werden pro Woche allein 3000 Liter Diesel benötigt. Inzwischen beginnen die Arbeiten für die zweite Fahrbahnrampe. Seit gestern entstehen die Bohrlöcher für die längste aller Stützwände bei dem Riesenbauwerk. Fußgänger müssen sich momentan etwas behelfen. Denn die Verkehrsampel ist vorübergehend abgeschaltet. Angesichts der laufenden Bauarbeiten verschiebt sich der Überweg immer wieder. „Doch bisher gibt es keine Probleme“, betont Schachtmeister Donges. Er stehe auch jederzeit für Fragen von Anliegern zur Verfügung.

An der Einmündung zur Behringstraße ist bereits der Fahrbahnteiler aufgesetzt. In wenigen Wochen sollen Autofahrer von dort aus zumindest wieder in Richtung Kirchhain abbiegen können.

Stadt erleichtert, Chaos blieb bisher aus

Währenddessen ist das ganz große Verkehrschaos, das viele aus schlechten Erfahrungen heraus befürchteten, ausgeblieben. „Wir haben Schlimmeres erwartet. Hoffen wir, dass es so weiterläuft“, sagt Hubertus Müler, Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung. Nach wie vor überwachen Hilfspolizeibeamte, freiwillige Polizeihelfer und Polizisten die Kreisverkehre in der Innenstadt. Sie sollen eingreifen bevor es einmal zu spät ist und die Kreisverkehre lahmgelegt werden.

Seit Beginn der Vollsperrung existiert eine zweite Rettungswache. Auch der Feuerwehr-Stützpunkt an der Straße des 17. Juni ist seitdem werktags von 13 bis 18 Uhr täglich von Freiwilligen besetzt. Damit soll verhindert werden, dass Feuerwehrleute in Notfällen zu lange brauchen, um sich durch eventuelle Staus zum Stützpunkt durchzukämpfen. Für die Bereitschaftsdienste bekämen die Freiwilligen dieselbe Aufwandsentschädigung wie freiwillige Polizeihelfer, sieben Euro in der Stunde, erläutert Müller.

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