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Marspol lässt‘s im Video tierisch niedlich zugehen

Momberger Musiker Marspol lässt‘s im Video tierisch niedlich zugehen

Ein verliebtes Pärchen mal ganz anders: Die Band Marspol um den Momberger Marius Fietz hat für ihr Video zum Song „Highlights“ zwei Hunde zu Hauptdarstellern gemacht.

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Die Band Marspol besteht aus Dominik Reh (Gitarre und Gesang), Marius Fietz (Gesang und Bass), Marc Buhr (Gitarre und Gesang) und Mario Gwiazdowski (Schlagzeug).

Quelle: Timo Barwitzki

Momberg. Amy und Zazou verbringen einen romantischen Abend. Sie schlürfen Cocktails, tollen gemeinsam durch einen Springbrunnen, knutschen in öffentlichen Verkehrsmitteln, gönnen sich einen nächtlichen Snack in einer Dönerbude und schauen am Ende Arm in Arm vom Dach eines Hochhauses über die Lichter der Stadt. Die perfekte Romanze – mit einer Besonderheit: Die Band Marspol lässt in ihrem Musikvideo zum Lied „Highlights“ zwei Hunde diesen wunderbaren Abend verbringen.

„Der Song ist prinzipiell ein Liebeslied und handelt davon, dass man die schönsten Momente – die ,Highlights‘ – am besten zusammen erleben kann“, erklärt Marspol-Frontmann Marius Fietz. Um dies abstrakter und zugleich herzergreifender darzustellen, entschlossen sich die Musiker, zwei Australian Shepherds zu ihren Hauptdarstellern zu machen. „Jeder mag schließlich süße Hunde“, betont der Sänger, der ebenso wie seine Bandkollegen kleine Rollen in dem Video spielt. Ganz im Stile von Kult-Regisseur Alfred Hitchcock, der in seinen Filmen ebenfalls stets kleine Auftritte hatte.

Nachtschicht für den Videodreh

Eine Nacht lang dauerte der Dreh mit Amy und Zazou, den professionellen Filmhunden der Bielefelderin Sonja Heidbrink. „Wir mussten erst mal zwei Hunde finden, die die Tricks, an die wir dachten, auch draufhaben“, sagt der ehemalige Stiftsschüler. Zum Beispiel sitzen die Tiere im Video an einem Tisch und trinken Cocktails mit Strohhalmen – und das, nachdem sie zuvor die Bedienung freundlich herbeigewunken haben. Eine weitere possierliche Szene ist, wie sie gegen Ende den Aufzugsknopf bedienen.

„Wir hatten aber auch noch ein paar andere Einstellungen im Kopf, die sich allerdings nicht umsetzen ließen“, berichtet Fietz von dem Dreh in Gießen, der eine ganze Nacht gedauert habe. Die meiste Arbeit sei allerdings im Vorfeld zu erledigen gewesen: Beispielsweise galt es, geeignete Locations zu finden und teilweise auch Genehmigungen einzuholen. Die Aufnahmen schossen die vier Bandmitglieder mit einer geliehenen Kamera und kümmerten sich danach auch um Schnitt und Farbkorrektur.

Am Freitag tritt Marspol im Gießener „Jokus“ auf

Das Engagement hat sich aber gelohnt: Innerhalb von nur zwei Tagen wurde das professionell wirkende Endprodukt alleine bei Facebook rund 60 Mal geteilt – was mit Sicherheit auch an dem melodischen und musikalisch wertvollen Indie-Pop-Song liegt. „Wir konzentrieren uns auf gutes Songwriting und wollen Ohrwürmer herstellen.“

Was gelungen ist: Es ist deutlich zu merken, dass sich die Bandmitglieder intensiv mit Musik beschäftigen und wissen, was sie tun. Fietz (23) und der aus Breidenbach im Hinterland stammende Dominik Reh (26) studieren beide Musik auf Lehramt an der Uni Gießen. Marc Buhr (23) studiert Gitarre an der „Rock Pop Jazz Akademie Mittelhessen“. Nur Schlagzeuger Mario Gwiazdowski (23) hat in seiner Ausbildung nichts mit Musik am Hut.

Das Musikvideo


Marspol gibt es seit dem Jahr 2015. Die Band trat beispielsweise schon bei „3 Tage Marburg“, dem Gießener Stadtfest und einem Festival bei Universal Music in Berlin auf. Unbestrittener Höhepunkt war jedoch, als sie im vergangenen Jahr in Gießen in der ausverkauften Mazda-Arena als Vorgruppe von Mark Forster vor rund 5 000 Zuhörern auftrat. „Das kann man sich kaum vorstellen“, schwärmt Fietz und freut sich, dass er und seine Mitstreiter bei dem Auftritt gut ankamen: Kaum seien sie von der Bühne gekommen, hätten sie bei Facebook bereits 800 neue Fans vorgefunden.

Bisher gibt es von Marspol eine EP mit sechs Liedern und einige Clips im Internet – unter anderem zum Song „Winterschlaf“, in dessen Video die Marburgerin Hilde Rektorschek mitwirkte. Derzeit arbeitet die Band an einem Album mit zehn bis zwölf Songs, wie Fietz verrät: „Aber das ist ein Projekt für das kommende Jahr – das kostet schließlich Zeit. Und leider auch viel Geld.“

Am Freitag jedenfalls tritt Marspol im „Jokus“ in Gießen auf (19.30 Uhr). Auch dann ist wieder eine Kamera im Einsatz, da die Band ein Live-Video ihres Auftritts drehen will. Dies sei wichtig „für die Booker“ – also um in Zukunft möglichst oft gebucht zu werden, so der Frontmann. Und dabei wäre es für Schwenks über das Publikum dann auch gut, wenn möglichst viele Menschen dort stehen und Marspol unterstützen und die Musik der Band feiern: „Es soll ja auch nach etwas aussehen.“

von Florian Lerchbacher

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