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Weber redet um die Wette

Speaker Slam Weber redet um die Wette

Vor fast genau zehn Jahren endete die Amtszeit von Marc Lucas Weber als „Junker Hans“. In drei Tagen steht er wieder im Rampenlicht – und profitiert vielleicht auch von seiner Zeit als Repräsentant der Stadt Neustadt. Beim „Speaker Slam“ ist er Teil eines Weltrekords.

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Der Neustädter Marc Lucas Weber hat sich für das Finale des Wettbewerbs „Speaker Slam“ in München qualifiziert.

Quelle: Privatfoto

Neustadt. „Der Erfahrungswert eines solchen Jahres ist groß. Man lernt viele Menschen kennen und erfährt, wie es ist, vor großen Mengen zu reden. Das stärkt das Selbstbewusstsein“, lautete das Fazit, das Marc Lucas Weber vor zehn Jahren am Ende seiner Zeit als Junker Hans zog. Inzwischen gehört das Sprechen vor Menschen zum Alltag, denn er ist Dozent für Sportpsychologie (Spezialgebiet Kommunikations- und Motivationspsychologie) an der Uni Bielefeld. Am Freitag setzt er dem noch einen drauf: Dann misst er sich ab 17.30 Uhr mit 59 anderen Rednern beim Finale des internationalen Wettbewerbs „Speaker Slam“ im Holiday Inn in München.

In kurzer Zeit begeistern und überzeugen

Die Teilnehmer kommen aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Holland und der Türkei – 60 von ihnen bedeutet Weltrekord. Sie halten Reden auf Englisch oder Deutsch, in denen es um ihr „Herzensthema“ geht. Ziel ist es, Jury wie Publikum in kurzer Zeit zu begeistern und zu überzeugen. Weber widmet sich dem Thema „Time for Change – Wie Veränderung gelingt“. Dabei will er aufzeigen, wie sich alte festgefahrene Gewohnheiten durch neue ersetzen lassen: „In der Regel wissen wir, was gut für uns ist, aber nur die wenigsten schaffen es, ihre Wünsche auch Realität werden zu lassen. Das ist eine traurige Wahrheit“, erklärt er und ergänzt: „Unsere Gewohnheiten halten uns von innovativer Veränderung ab. Das macht sich in Unternehmen genauso bemerkbar wie im Privaten.“

Die ersten zwei Minuten einer Rede sind entscheidend

„Mein Ziel ist es, Emotionen anzusprechen, um Veränderungen zu bewirken“, erläutert der 29-Jährige: „Regel Nummer eins ist es, persönliche Betroffenheit zu erreichen – denn nur so lassen sich Veränderungen bewirken.“ Wichtig sei es, in seine Rede sofort eine gewisse Erzähl­dynamik hineinzubringen – wobei Humor für ihn eine wichtige Zutat ist: „Ein Zuhörer entscheidet in den ersten 30 Sekunden, ob er den Redner sympathisch findet und in den ersten zwei Minuten, ob ein Thema für ihn relevant ist.“

Reden als Kick

Das Wettkampf-Reden erinnert ihn in gewisser Hinsicht auch an das Boxen – ein Hobby, das er aufgrund einer chronischen Achillessehnenentzündung einst aufgeben musste. „Ich suchte einen Kick und den gibt mir das Reden“, sagt Weber und berichtet, dass er neben seiner Tätigkeit als Hochschuldozent auch beruflich Vortragsredner sei: „Ich halte Vorträge auf verschiedenen Veranstaltungen in Unternehmen. Das Speaking ist also für mich nicht nur ein Hobby.“

Übertragung im Livestream

Initiiert wurde der „Speaker Slam“ von Hermann Scherer, der selber Redner und Autor ist. Weber kennt ihn von Fortbildungen und Vorträgen, wurde so auf die Veranstaltung aufmerksam und nahm an einem Vorrundenwettbewerb teil, bei dem er sich für das Finale qualifizierte. Der 29-Jährige ist noch regelmäßig in Neustadt, um Familie und Freunde zu besuchen. Wer ihn beim „Speaker Slam“ beobachten will, kann dies im Internet tun: Hamburg 1 bietet einen Livestream an (www.hamburg1.de).

von Florian Lerchbacher

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