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Mann befriedigte sich vor zwei Blumenmädchen

Prozess Mann befriedigte sich vor zwei Blumenmädchen

Erst nach der Aussage eines Mädchens gestand ein 55-Jähriger, dass er sich vor fünf Jahren vor der damals Zehnjährigen und ihrer neunjährigen Freundin selbst befriedigt hatte.

Kirchhain. „Ich habe am Baum gestanden und gepinkelt“, behauptete ein Kirchhainer vor dem Amtsgericht und jammerte, er wolle nicht, dass „mein Leben kaputt geht“.

Erst nach der Aussage zweier Zeugen gab er zu, dass die Anschuldigungen stimmten: Vor fünf Jahren war er in Kirchhain durch die Straße „An der Wohra“ gegangen und hatte eine Neun- und eine Zehnjährige angesprochen, die gerade Blumen verkauften. Anschließend kletterte er in den Garten von Nachbarn, ließ seine Hose ein Stück runter und begann, sich selbst zu befriedigen. Als die Kinder die inzwischen 81 Jahre alte Nachbarin auf den Täter aufmerksam machten und die Seniorin ihn ansprach, machte sich der Mann nach einigen Worten der Entschuldigung aus dem Staub. Anschließend war er für mehrere Jahre in Tunesien, aus diesem Grund dauerte es auch bis zu dieser Woche, ehe die Verhandlung stattfinden konnte.

„Ich stand in der Garageneinfahrt, als die Mädchen mich ansprachen“, erinnerte sich die Seniorin und ergänzte: „Mir war es furchtbar peinlich. Ich habe nicht lange hingeschaut.“ Aus diesem Grund könne sie auch keine Details nennen. An einen wichtigen Punkt konnte sie sich jedoch erinnern und so die These des Urinierens widerlegen: „Normalerweise steht man mit dem Rücken zur Menschheit. Er stand aber andersrum – in Richtung der Kinder.“

Eines der Mädchen, inzwischen 15 Jahre alt, blieb die Aussage vor Gericht nicht erspart. „Er ist auf die andere Seite gegangen und hat sich vor einen Baum gestellt“, berichtete sie. Den folgenden Satz beendete sie jedoch nur mit einem verschämten Lachen: „Dann hat er sich die Hose runtergezogen und …“ Auf Nachfrage von Richter Joachim Filmer erklärte sie jedoch: „Er hat sich befriedigt. Das hat länger gedauert, als wenn jemand pinkelt.“ Mindestens fünf Minuten habe der Täter an sich herumgespielt.

Nach der Aussage der 15-Jährigen beriet sich der 55-Jährige auf Anraten des Richters mit seinem Anwalt und gab anschließend die Tat zu. Über den Anwalt entschuldigte er sich bei den Mädchen, ihren Eltern und der Seniorin. Eine persönliche Entschuldigung lehnten die Eltern allerdings ab. „Warum hat er es nicht gleich zugegeben?“, fragte der Vater, und auch Filmer hätte dem Geständnis höhere Bedeutung zukommen lassen, wenn der Mann es vor der Aussage der Jugendlichen abgelegt hätte. Der 55-Jährige erhielt sechs Monate auf Bewährung und muss 60 Stunden soziale Arbeit ableisten.

von Florian Lerchbacher

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