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"Man spürt die Natur der Region"

Volkswandertage "Man spürt die Natur der Region"

Die meisten Menschen, die es an diesem schönen Herbstwochenende nach Rüdigheim zog, befinden sich in ihrer zweiten Lebenshälfte. Das zeigt: Die Wandervereine plagen Nachwuchssorgen.

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Maik Motzer sowie Susann und Arno Niekamp waren aus Marburg nach Rüdigheim gekommen, um an der Wanderung der Tauzieh- und Wanderfreunde teilzunehmen.Foto: Jonas Hielscher

Rüdigheim. Wer in diesen Tagen durch das Ohmtalbecken oder den Brücker Wald spazierte, dem dürften die zahlreichen Gruppen von Wanderern aufgefallen sein, die unterwegs waren. Kein Wunder: Zum 19. Mal hatten die Rüdigheimer Tauzieh- und Wanderfreunde zum gemeinsamen Volkswandertag eingeladen. Mit 46 anderen Wandergruppen bilden sie die Europäische Volkssportgemeinschaft (EVG) Deutschland.

Dementsprechend hatten einige Wanderer eine weite Anreise hinter sich gebracht - teilweise von mehr als 150 Kilometern. Doch ein Ehepaar aus Hanau erklärte, warum sich die Reise lohnte: „Die Landschaft und die Natur befreien den Geist und lassen neue Ideen entstehen.“ Noch dazu stärke die Bewegung die Muskulatur in den Beinen und im Rücken.

Dass die Mitglieder auch an die Stärkung ihres Körpers denken müssen, wird offensichtlich beim Blick auf den Altersdurchschnitt der Teilnehmer: Den größten Teil machten Menschen aus, die weit über 50 Jahre alt sind. Nur vereinzelt fanden sich Familien mit Kindern unter den Teilnehmern.

„Früher hatten wir ein ganz anderes Spektrum von aktiven Mitgliedern“, berichtet Hermann Brozat aus Schröck, der seit acht Jahren Präsident des EVG Deutschland und seit zwei des EVG Europa ist. Menschen in ihren sogenannten „besten Jahren“ zum Wandern zu begeistern, sei schwierig.

Jede Woche eine Wanderung

„Die meisten unserer Vereinskollegen sind schon lange Großeltern, oder zumindest in diesem Alter“, ergänzt ein Wanderfreund aus der Wetterau. Vorteil der zwei Wandertage war, dass die Teilnehmer nicht unbedingt Mitglied in einem Verein sein müssen, um mitwandern zu dürfen. So fanden sich wenigstens ein paar Familien, die Freude am schönen Herbstwetter hatten und eine der beiden abgesteckten Routen abwanderten.

„Erst holt man sich bei uns eine Startkarte ab, sucht sich entweder die 6 oder die 14 Kilometer lange Route aus, und dann geht’s los“ erklärte Ewald Hill, der Vorsitzende der Rüdigheimer Tauzieh- und Wanderfreunde. „Die Strecke teilt sich bei der Brücker Mühle in kurze und lange Route. Auf beiden gibt es eine Kontrollstelle sowie die Möglichkeit, sich zu verköstigen“, ergänzte er.

Das Ehepaar Susann und Arno Niekamp aus Marburg sowie deren Freund Maik Motzer waren auch ohne Mitgliedschaft in einem Verband zum Wandern in den kleinen Amöneburger Stadtteil gekommen. „Die Landschaft ist schön, und man spürt die Natur der Region. Es ist aber auch wichtig, dass man in kleinen Gruppen wandern kann und nicht in einem Pulk von mehreren hundert Leuten. So hat man seine Ruhe und kann sich auf sich und seine Freunde konzentrieren“, erläuterte Motzer.

Die Wanderer hoffen, dass in Zukunft wieder mehr Menschen eine ähnliche Meinung haben, wie der Marburger, und die Angebote nutzen: Jedes Wochenende organisiert die EVG in Deutschland eine Wanderung. Mitgliedersorgen hat die Volkssportgemeinschaft zwar nicht, aber jüngere Gesichter würde sie gerne wieder vermehrt sehen. Die Rüdigheimer verbuchten insgesamt 688 Teilnehmer.

Die meisten Teilnehmer stellten bei den EVG-Vereinen: 1. Volkssportfreunde Gießen (63) Teilnehmer, 2. Tischtennisverein Schröck (53), 3. Sportclub Niederkleen (52).

IVV-Vereine: 1. Wanderfreunde Amöneburg (27), 2. Wanderfreunde Hatzbachtal (17), 3. Wanderverein Großseelheim (16).

Ortsvereine: Milchbar Rüdigheim (61), 2. Sportverein (40), 3. Feuerwehr (26).

von Jonas Hielscher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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