Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Lieferproblem hinterlässt Fragezeichen
Landkreis Ostkreis Lieferproblem hinterlässt Fragezeichen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 15.01.2019
Bei Schwierigkeiten mit der Zustellung der Post sollen Kunden eine Servicenummer anrufen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Neustadt

So langsam weiß der in der Kernstadt wohnende Neustädter nicht mehr weiter. In der vergangenen Woche habe er freitags das erste Mal Post bekommen. Seine abonnierte, wöchentlich erscheinende Zeitschrift, trudele beispielsweise in „80 bis 85 Prozent der Fälle“ erst eine Woche nach dem Erscheinungstermin bei ihm ein. Das geht schon eine Weile so (wir berichteten).

Seine Beobachtung: Immer wieder seien andere Briefträger unterwegs – und die hätten ihm auf Nachfrage erklärt, dass sie zeitlich nicht alle Zustellungen schaffen würden. „Was soll ich denn da noch tun?“, fragt er im Gespräch mit dieser Zeitung. Insgesamt scheinen die Schwierigkeiten in der Stadt zurückgegangen zu sein. Lediglich zwischen den Jahren knirschte es ein wenig bei der Zustellung der neuen Müllkalender. „Aber ich glaube, das lag am Unterschied beim Engagement der jeweiligen Zusteller“, kommentiert Bürgermeister Thomas Groll.

Post passt Zustellerrouten an

Allerdings ist dieses Mal auch die Post ratlos. Im Oktober hatte die Pressestelle noch erklärt, dass das Unternehmen Bezirke umgestellt, neu bemessen und neu zugeschnitten habe und es personell aufgrund von Krankheiten und Urlauben dünn gewesen sei. „Aber dieses Mal können wir uns die Vorwürfe nicht erklären“, sagt Pressesprecher Alexander Böhm und ergänzt: „Wir haben alle Mann an Bord.“

Das Klagen eines Austrägers, dass inzwischen Frankenberg als Zustellstützpunkt zuständig sei, kann er auch nicht hinnehmen: „Es ist egal, wo die Briefe herkommen und wo die Zusteller losfahren – das hat keine Auswirkungen auf die Routen. Wir berechnen die Fahrtzeit immer mit ein.“ Außerdem berechne die Post alljährlich sämtliche Zustellerrouten neu und beziehe dabei auch alle relevanten Veränderungen ein – aber auch das sich kontinuierlich verändernde Sendungsaufkommen: „Briefe sind leicht rückläufig, Pakete steigen stark“, erläutert Böhm.

Anders als in Schönstadt

Ein Problem wie in Schönstadt habe es in Neustadt nicht gegeben. Briefträger würden ihre Post „auf Gangfolge“ sortiert bekommen. Wenn der Zusteller an einem Tag das geplante Pensum nicht schaffe, mache er am nächsten Tag an der Stelle des Routenabbruchs weiter. Und selbst, wenn Vertretungskräfte im Einsatz seien, sollte es keine Probleme geben.

Vielleicht würden diese etwas länger für die ihnen unbekannten Routen benötigen, aber es gebe für spezielle Fälle sogenannte Merkkarten, die die Arbeit erleichtern sollen. Darauf sei beispielsweise festgehalten, wenn es besondere Umstände gebe – beispielsweise, wenn ein Hund das Grundstück bewache, der Briefkasten versteckt hänge oder ein Kunde schwerhörig sei und bei ihm mehrfach geklingelt und länger auf das Öffnen der Tür gewartet werden müsse.

Die Post jedenfalls nimmt, wie Böhm herausstellt, jede Beschwerde ernst und ist bemüht, ihren Service stets zu verbessern. Aus diesem Grund appelliert der Pressesprecher an die Kunden, bei Problemen die Servicehotline zu kontaktieren. Dann würden die Defizite protokolliert, an die zuständigen Stellen weitergegeben und bearbeitet. Wenn sich die Beschwerden an bestimmten Orten häuften, komme ein Qualitätsmanager vorbei, nehme die Situation unter die Lupe und suche gegebenenfalls den direkten Draht zum Kunden.

  • Servicenummer der Post: 0228/4333112.

von Florian Lerchbacher