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Liebespaar stirbt am Ende im Sumpf

Bewegtes Theater Hatzbach Liebespaar stirbt am Ende im Sumpf

Vier ausverkaufte Vorstellungen und ein begeistertes Publikum gab es bei der historischen Aufführung der „Sage vom Jungfernborn“ in Hatzbach.

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Die Hochzeitsvorbereitungen auf dem Hof der Familie Schnell bezogen das Publikum beim Essen, Trinken und Musizieren ein. Kleines Bild: Zuerst waren Leopold und seine große Liebe noch glücklich vereint. Fotos: Koelschtzky

Hatzbach. Mehr als 40 Rollen hatte sich die Theatergruppe „Das bewegte Theater“, die sich zum aktuellen Festjahr des 750-jährigen Jubiläums des Ortes gegründet hat, rund um die lokale Sage einfallen lassen. 2010 begannen die Aktiven mit der Zusammenstellung des Stückes, mehr als ein halbes Jahr wurde geprobt. Das furiose Aufführungswochenende lohnte alle die Mühe.

Die Spielorte im Dorf entsprechen den historischen Schauplätzen, das Publikum zog von Rittern und Damen begleitet von einem Aufführungsort zum anderen.

Regisseurin Bianka Möller-Balzer hatte sich auch für die Wege einiges einfallen lassen: Als hübsches Tableau saßen der Ritter von Knoblauch zu Hatzbach und seine geliebte Jungfrau unter einer Linde am Weg, ein Dieb wurde in der Schandgeige herumgeführt und lamentierte lauthals über die schlechte Behandlung durch die Büttel.

Die Geschichte begann auf einer großen Bühne, die Jungfer (Luisa Schmidt) liebt den Ritter Leopold von Knobloch zu Hatzbach (Wolfgang Dippel), und er sie. Doch hat ihr Vater, der Graf von Ziegenhain, eine geldschwere Heirat mit einem anderen arrangiert. An ihrem 18. Geburtstag erfährt die Jungfer, dass sie einen anderen heiraten soll, und flieht vom Fest.

Auf dem Hof von Andreas und Ann-Kristin Schnell in der Ortsmitte wurden die Vorbereitungen zur erzwungenen Hochzeit gezeigt: Brot und Kuchen werden gebacken - und vom Publikum probiert, wie auch der Schnaps. Als Musiker werden die Gäste ebenfalls mit in das Geschehen gezogen, an dessen Ende die Jungfer mit ihrer Zofe flieht.

Die Zofe reitet mit einer Nachricht zum Ritter von Knoblauch, die diesen in der dritten Szene im Garten der Familie von Knoblauch zu Hatzbach erreicht. Dort tanzen lose Weiber auf den Tischen, doch den Ritter interessiert nur seine Liebste und die Aufforderung seiner Kumpanen zur Jagd lenkt er in die Kirche zur Hochzeitsmesse um. Dort in der Kirche raubt er seine Liebste, doch Glück wird ihnen nicht zu teil: Gemeinsam kommen sie im Sumpf um, nur ihre Geister werden schließlich vereint.

Das ganze Dorf war an den Vorbereitungen zu dem Stück beteiligt, als zum Grenzgang der Kartenvorverkauf begann, waren die drei geplanten Vorstellungen innerhalb von vier Tagen ausverkauft, berichtete Möller-Balzer. So wurde eine zusätzliche Vorstellung am Samstagnachmittag angesetzt, die ebenfalls innerhalb weniger Tage voll besetzt war.

Auch vom Regen am Samstagabend ließen sich die Zuschauer wie die Schauspieler keineswegs verdrießen. Die schwerste Aufgabe hatten in dieser Situation die Techniker rund um Stefan Sedinger, die die mobile Lautsprecheranlage auch im Nassen in Betrieb halten mussten. Alles verlief an diesem Abend ohne jede Panne. Die Zuschauer waren restlos begeistert. Stehender Applaus verabschiedete die Darsteller wie Helfer. Das Festjahr in Hatzbach hat seinen Höhepunkt mit dem Fest am zweiten Augustwochenende. Dann wartet unter anderem ein historischer stehender Festzug auf die Gäste.

von Martina Koelschtzky

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