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Letzter Kampf geht verloren

Nachruf Letzter Kampf geht verloren

Ehrenortsvorsteher und Bundesverdienstkreuzträger Manfred Stumpf war bekannt für seinen Willen und seine Kampfkraft. Das Ringen gegen eine schwere Krankheit hat er jedoch verloren.

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Der Kirchhainer Platz war einer der Lieblingsorte von Manfred Stumpf in Roßdorf.Archivfoto

Roßdorf. Ein prägendes Kapitel Roßdorfer Dorfgeschichte ging am Mittwoch zu Ende. Manfred Stumpf hatte über viele Jahre hinweg dem Amöneburger Stadtteil seinen Stempel aufgedrückt und viel bewegt: Der Bau der Umgehungsstraße, der Erhalt und Ausbau des Kindergartens, der Bau der Mehrzweckhalle und zahlreiche weitere Projekte sind Verdienste, die Roßdorfs Bürger dem passionierten Fliegenfischer zu verdanken haben.

Im vergangenen Jahr hatte Stumpf sich aufgrund einer schweren Krankheit zur Ruhe gesetzt, am Mittwoch starb der gebürtige Mardorfer, den die Liebe zu seiner Frau Klara einst in den Nachbarort verschlagen hatte.

„Manfred war einer der wenigen Freunde, bei denen ich laut denken konnte“, erinnert sich Rudi Rhiel an seinen langjährigen Wegbegleiter in Reihen der FWG zurück. Besonders geschätzt habe er seine absolute Zuverlässigkeit und den Einsatzwillen seines Freundes: „Dabei lag ihm immer die Einigkeit am Herzen. Manfred war immer bestrebt, dass die Menschen gemeinsam handeln.“

„Wenn er sich für etwas einsetzte, gab er nicht auf. Was nicht von heute auf morgen ging, musste spätestens bis übermorgen umgesetzt werden“, sagt Ewald Mann, der Stumpf schon im Sandkasten kennengelernt hatte, gemeinsam mit ihm in Kindergarten und Schule gegangen, die Maurerlehre absolviert und den Angelsportverein Mardorf-Schweinsberg gegründet hatte. „Roßdorf hatte noch nie einen so guten Ortsvorsteher“, ergänzt Mann, dessen Interesse für Politik Stumpf einst geweckt hatte: „Als Manfred mit Politik anfing, setzte er sich nicht mehr so stark für das Angeln ein. Das wollte ich eigentlich ändern“, erinnert sich Mann. Das Ende vom Lied: Auch der Mardorfer engagierte sich fortan politisch.

Stumpf konnte die Menschen einfach begeistern, motivieren und für Projekte gewinnen. Dabei hatte er selbst alle Hände voll zu tun: Von 1973 bis 1997 sowie im Jahr 2001 war er als Stadtverordneter tätig. Dem Ortsbeirat gehörte er von 1972 bis 1977 und von 1985 bis 1989 an. Zudem war er von 1997 bis 2011 Ortsvorsteher und gehörte zahlreichen Vereinen an.

Im vergangenen Jahr wurde Stumpf noch das Bundesverdienstkreuz am Band für sein langjähriges, außerordentliches Engagement für die Allgemeinheit verliehen.

Schon da hatte ihn die Krankheit schwer gezeichnet. Am Mittwoch starb die Ortsvorsteher-Legende im Alter von 73 Jahren. Das Requiem findet am Dienstag um 14 Uhr in der Pfarrkirche Mariä Geburt in Roßdorf statt, daran schließt sich die Beerdigung von der Friedhofskapelle aus an.

von Florian Lerchbacher

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