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Lehrer achtet auf Disziplin im Gottesdienst

Erksdorf Lehrer achtet auf Disziplin im Gottesdienst

Erksdorfer Christen feiern ihre vor 180 Jahren eingeweihte Kirche im Herzen des Ortes. Am Samstag eröffneten 80 Gäste das Programm, das im ganzen Oktober läuft.

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Der Historiker Armin Sieburg hielt am Samstag den Festvortrag beim Eröffnungsabend. Foto: Mareike Bader

Erksdorf. Bereits im Jahr 786 ist eine Kirche in Erksdorf erwähnt - allerdings eine katholische. Die Kirche, die heute mitten in Erksdorf steht, wurde Anfang des 19. Jahrhunderts geplant. Die bisherige Kirche war zu baufällig, hatte viele Risse, es regnete durchs Dach und außerdem war sie inzwischen zu klein.

1824 wurde die Baugenehmigung für das jetzige Gotteshaus erteilt, so Pfarrerin Kerstin Kandziora aus Neustadt. Sie vertrat an diesem Abend ihren erkrankten Kollegen Til Anders Follmann, Pfarrer des Kirchspiels Speckswinkel-Erksdorf.

Dieses gemeinsame Pfarramt, so Kandziora, existiert seit 1528, allerdings war der damalige Pfarrer nicht so sehr auf den Bau seiner Kirche bedacht und verwendete die Steine lieber für seinen Schweinestall.

Passend zur Feier rund um die Einweihung der heutigen Kirche Anfang des 19. Jahrhunderts sprach der Historiker Armin Sieburg vom Hessischen Staatsarchiv Marburg zum Thema.

Lehrer geht lieber auf den Acker

Sein Festvortrag trug den Titel „Kirche und Schule in Erksdorf in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts“. Der Vortrag war sehr informativ und unterhaltsam. Es war für die Zuhörer erstaunlich wie eng die Kirche mit der Schule damals verzahnt war. Der Lehrer war nicht nur für den Schulalltag verantwortlich, sondern auch dafür, dass sich die Kinder im Gottesdienst brav verhielten.

Überprüft wurde die Leistung der Lehrer bei den Schulvisitationen durch den Lokalschulinspektor - den Pfarrer. Da jedoch das Lehreramt so schlecht bezahlt war, dass die meisten Lehrer sich ihren Lebensunterhalt mit Handwerk oder Landwirtschaft verdienten, litt darunter natürlich auch manchmal der Unterricht.

Sieburg las den Bericht einer Visitation von 1874 vor, bei dem bemängelt wurde, dass der damalige Lehrer Hilberg Schulstunden ausfallen ließ, um lieber dem Ackerbau nachzugehen.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend vom Männer- und Gemischten Chor. Wie Pfarrerin Kandziora sagte, sind es die Menschen, die eine Kirche ausmachen. Es war die Initiative der Erksdorfer Bürger, dass vor 180 Jahren eine neue Kirche gebaut wurde. Sie haben sie erhalten und renoviert. Und auch heute sorgen die Menschen für Leben in der Kirche.

n Als nächste Veranstaltung rund um 180 Jahre Kirche in Erksdorf steht am Sonntag, 14. Oktober, ein Familiengottesdienst auf dem Programm. Dann zeigen Gabi und Amadeus Eidner beim Familiengottesdienst das Singspiel „Wenn Holzwürmer eine Pyramide bauen.“

von Mareike Bader

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