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Lastwagen mit Apfelmus kippt auf Straße um

Stadtallendorf Lastwagen mit Apfelmus kippt auf Straße um

Mehrere Stunden lang war die Kreisstraße 12 zwischen Stadtallendorf und Emsdorf am Freitag wegen Bergungsarbeiten gesperrt. Ein Lastwagen war in der Nacht zum Freitag in den Hang gerutscht und zur Seite gekippt.

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Schweres Gerät rückte am Freitag an, um den Lastwagen zu bergen, der in der Nacht bei einem Unfall umgekippt war.

Quelle: Michael Hoffsteter

Stadtallendorf . Es knarzt und knirscht, als Zugmaschine und Auflieger mithilfe von zwei auf schweren Lastwagen angebrachten Seilwinden auseinandergezogen werden. Auf der Kreisstraße K 12 war in der Nacht auf Freitag gegen 2.15 Uhr ein 42 Jahre alter Mann aus Kassel mit seinem Lastwagen von der Straße abgekommen. Nach eigenen Angaben wurde er von einem entgegenkommenden Motorrad geblendet. Beim Ausweichmanöver sei er nach links von der Straße abgekommen und einen Hang hinuntergerutscht. Dabei kippte der Lastwagen auf die Seite, und der Fahrer wurde im Führerhaus eingeschlossen. Die Polizei befreite ihn aus seiner misslichen Lage, indem sie die Frontscheibe einschlug. Der Mann kam ins Krankenhaus: Er hatte sich Hand und Fuß gebrochen.

Vorsorglich suchte die Feuerwehr die Umgebung der Unfallstelle mit einer Wärmebildkamera nach dem Motorradfahrer ab – allerdings vergeblich. Der Polizei liegt auch keine nährere Beschreibung des angeblichen Unfallverursachers vor.

Der 42-Jährige war mit seinem Lastwagen unterwegs, um Discounter in der Region unter anderem mit Apfelmus und Joghurt zu versorgen. „Er war neu auf der Tour“, berichtete ein Arbeitskollege am Unfallort. Zunächst sei er einige Tage auf der Tour mitgefahren, nun habe er sich aber zugetraut, die Fahrt alleine zu unternehmen: „Das ist eigentlich nichts Außergewöhnliches“, kommentierte sein Kollege und vermutete, dass der Fahrer sich auf sein Navigationsgerät verlassen habe und deswegen auf die relativ enge Kreisstraße gekommen sei.

Die Waren jedenfalls landeten auf dem Müll, ergänzte der Kollege, schließlich seien nicht nur zahlreiche Produkte beschädigt worden: „Die Kühlkette ist unterbrochen – das kann kein Markt mehr verkaufen.“

Mehrere Stunden dauerte die Vollsperrung am Freitag. Zunächst zogen die Bergungskräfte mithilfe zweier Seilwinden, die jeweils rund 20 Tonnen bewegen können, Zugmaschine und Auflieger auseinander. Dann ging es daran, die Waren auszuladen, während vorne die erst drei Wochen alte Zugmaschine mit scheinbar spielender Leichtigkeit durch großes Gerät auf die Straße zurückgezogen wurde. Bei der Vorbereitung hatten die Bergungskräfte auf der schmalen Strecke Millimeterarbeit geleistet, um ihre Lastwagen in Position zu bringen.

Erst als der Auflieger komplett entleert war, nahmen sie sich dessen mithilfe eines Kranes an – was für einige Schaulustige ein spektakuläres Ereignis war, gehörte für die Bergungsmannschaft zur Routine: Völlig unaufgeregt verlegte das Team schwere Stahlseile, rangierte trotz räumlicher Enge zielsicher umher und hatte zwischendrin sogar noch Zeit, allen Interessierten die Arbeitsschritte zu erklären.

Es entstand ein Sachschaden von mindestens 60.000 Euro.

Hinweise nimmt die Polizei in Stadtallendorf unter Telefon 0 64 28 / 9 30 50 entgegen.

von Florian Lerchbacher

 

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