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"Langenstein" gibt Geheimnisse preis

Filmprojekt "Langenstein" gibt Geheimnisse preis

Figuren an der Kirche, ein Menhir, ein Steinkreis: Vor rund 13 Jahren geriet Felix Müller zum ersten Mal in den Bann der Mysterien, die in Langenstein vorhanden sind.

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"Sie zeichnet sehr ausdrucksstark"

Manuel Weitzel (oben) und Felix Müller lehnen an dem sagenhaften Langensteiner Menhir.

Quelle: Michael Rinde

Langenstein. Bei seinem ersten Gang rund um die Kirche habe ihn ein schwarzer Kater nicht aus den Augen gelassen, erinnert sich Felix Müller, um gleich ein wenig Mystik aufkommen zu lassen. Der Kater war für ihn und seinen Freund Manuel Weitzel keinesfalls ein Unglücksbote.

Beide hatten sich unabhängig voneinander vorgenommen, einen Film über ihre Heimatregion zu machen. Langenstein faszinierte sie, das Hobbyprojekt war geboren.

Als sich Felix Müller und Manuel Weitzel entschieden, ihren Film öffentlich zu zeigen, war ihr Kunstprojekt schon sehr weit fortgeschritten. Am Sonntag, dem ersten Advent gibt es jetzt die Premiere von „Langenstein“ in Langenstein.

Weitzel und Müller haben nicht gezählt, mit wie vielen Bewohnern des an Geschichten und historischen Mythen reichen Dorfes sie gesprochen haben. Ihre erzählten Geschichten sollen nicht verloren gehen, ein großes Anliegen der beiden Freunde.

Schließlich sind auch Geschichten ein Teil der Identität eines Dorfes wie Langenstein. Was sind das für Geschichten? Weitzel und Müller erzählen von etwas, was zunächst wie ein Gerücht für sie klang: So gab und gibt es Geschichten um unterirdische Gänge in Langenstein. „Und diese Gänge gab es wirklich. Sie dienten vielleicht für Flucht oder Schmuggel, wir wissen es nicht“, sagt Weitzel. Fest stehe nur, dass sie alle offenbar zur Jakobskirche geführt haben. Geschichten gibt es auch rund um den Brunnen, dessen Wasser einst heilende Kräfte gehabt haben soll.

„Ich fühle mich bei den Gesprächen an die Brüder Grimm, die auch Märchen und Geschichten gesammelt und aufgeschrieben haben, erinnert“, sagt Müller. Er und sein Mitstreiter haben zwar auch vieles während ihrer langen Recherchezeit aufgeschrieben. Sie haben aber auf Technik der Gegenwart gesetzt, den Film. Entstanden ist keine einfache Dokumentation, „Langenstein“ hat eine Handlung, über die die beiden im Vorfeld nicht viel herausrücken. Schließlich soll die Spannung erhalten bleiben. Alles beginnt mit einer Koordinate, die den beiden über ihre Internetseite übermittelt wird und die sie an einen überraschenden Ort in Langenstein führt, in die Nähe der heutigen Grillhütte. Was dann passiert, bleibt bis Sonntag noch geheim.

Etwa 83 Minuten Länge hat der Film, der ab 12 Jahren freigegeben sein wird. Material haben die beiden natürlich unendlich viel mehr. Weitzel und Müller schätzen, dass sie insgesamt 18 Stunden allein an Videomaterial gesammelt haben.

Es geht nicht um „Hokuspokus“, alles, was sie über Langenstein erzählen werden, hat einen festen Hintergrund, versichern die beiden Filmautoren.

Für sie ist ihr Erstlingswerk immer noch ein Kunst- und Hobbyprojekt, in das sie allerdings viel Zeit und Muße investiert haben. In den vergangenen zwei Jahren haben sie einmal in der Woche, netto einen Tag nur mit „Langenstein“ verbracht. Manuel Weitzel ist selbstständiger Kaufmann, Felix Müller betreibt seine kleine Werbeagentur „Viralisten“. Seit einigen Jahren ist der 38-jährige Manuel Weitzel übrigens selbst Langensteiner, Felix Müller, 45 Jahre alt, wohnt in Kirchhain.

Es gibt auch schon Sichtbares, wenn den kompletten Film auch noch niemand außer den Autoren kennt: Auf ihrer Internetseite www.dorfmystery.de haben sie kurze Ausschnitte (Trailer) online gestellt. Eigens für die OP-Leser haben die Filmautoren einen exklusiven Ausschnitt freigegeben:

Gibt es ein kleines Fazit ihrer Arbeit? Ja, gibt es. Während ihrer Zeit in Langenstein haben beide für sich festgestellt, dass in dem kleinen Ort eine besondere Energie spürbar zu sein scheint, eine Energie, die auch Ur-Langensteiner ihnen beschrieben haben. Darüber haben sie auch mit Experten gesprochen, einem Arzt, einem Physiker und Pfarrer Gerhard Neumann. „Er bezeichnet die Energie übrigens als Kraft“, sagt Müller. Diese Gespräche gehören nicht zum Film, sollen aber auf der Internetseite „Dorfmystery“ bald zu sehen sein.

Beide wollen die Resonanz der Premiere, die um 17 Uhr beginnt, abwarten. Bisher gibt es 120 Vorbestellungen für die Premiere im Dorfgemeinschaftshaus. Sollte es dazu kommen, dass der Platz nicht ausreicht, werden sie kurzfristig eine weitere Vorführung organisieren.

Einen Teil des geringen Eintritts nehmen sie für die Miete des Raumes, den anderen spenden sie an die Kindertagesstätte Langenstein. Es gibt auch schon ein neues Projekt, ein anderes Dorf. Doch dazu verraten Weitzel und Müller jetzt noch nichts.

von Michael Rinde

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