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„Lange Hessen“ könnte auch kürzer sein

Radweg „Lange Hessen“ könnte auch kürzer sein

Zwischen Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg und dem Landkreis hatte es einige Diskussionen über die Trasse gegeben, nun steht die Fertigstellung eines Radweges unmittelbar bevor.

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Gestern und auch heute noch trainieren Soldaten der Division Spezielle Operationen aus Stadtallendorf bei Amöneburg direkt neben dem frisch asphaltierten „Burgsweg“ das Fallschirmspringen.

Quelle: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Im Feld zwischen Mardorf und Amöneburg ist Vogelgezwitscher zu hören – das hin und wieder von den Rotoren eines Hubschraubers unterbrochen wird, denn die Soldaten der Division Spezielle Operationen üben sich im Fallschirmspringen. An gleicher Stelle wird aber auch gebaut: Das Teilstück des überregionalen Radweges „Lange Hessen“ zwischen Roßdorf und der Amöneburger Kernstadt soll in der kommenden Woche fertig gestellt werden. Bis es dazu kommen konnte, hatte es in der Vergangenheit einige Diskussionen gegeben.

Den Auftakt hatte die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises gemacht, die eine von der Stadt Amöneburg vorgeschlagene Route für das Teilstück des Projektes von Kreis, Stadt und den Gemeinden Ebsdorfergrund und Fronhausen abgelehnt hatte. Der Grund waren Bedenken von Vogelschützern, die befürchteten, durch den Radweg könnten 43 Vogelarten massiv gestört werden.

Eine Alternativroute, die in der Stadtverwaltung alsbald die Bezeichnung als „zackiger Hesse“ erhielt und rund 85.000 Euro teurer als die ursprünglich auserkorene Trasse sein sollte, stieß in Amöneburg auf Widerstand. Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg lehnte die „Rülfbachtrasse“ ab, weil er Konflikte zwischen Landwirten und Radfahrern befürchtete, und setzte weiterhin auf den ursprünglich vorgeschlagenen Ausbau eines Wirtschaftsweges. Landrat Robert Fischbach warnte entsprechend im Oktober des vergangenen Jahres, die Stadt müsse – falls die beiden Parteien keine einvernehmliche Lösung fänden – ein umfangreiches, zeitintensives artenschutzrechtliches Gutachten erstellen lassen und vorlegen.

Im November 2009 gab es daraufhin einen weiteren Ortstermin, bei dem beide Parteien ihre eigentlich vorgeschlagenen Routen bereits ad acta gelegt hatten. Richter-Plettenberg hatte zwar damals noch die Frage in den Raum gestellt, ob statt des Ausbaus eines Wirtschaftsweges eine parallele Trasse für Radfahrer machbar sei. Von diesem Vorschlag ist er inzwischen jedoch abgekommen und Stadt und Kreis lassen den Wirtschaftsweg auf etwas mehr als einem Kilometer ausbauen.

So wird eine Verbindung zwischen dem Lahnradweg und dem R6, Hessens längstem Fernradweg, geschlossen. Drei Meter ist die neue Asphaltdecke breit, 100.000 Euro kostet der Ausbau. Die Abrechnung ist jedoch etwas kompliziert: Das Land fördert nur den Ausbau von 2,25 Metern mit 70 Prozent – was im Endeffekt bedeutet, dass es etwas mehr als 50.000 Euro beisteuert.

Ganz zufrieden ist Richter-Plettenberg insgesamt nicht: Durch den Ausbau des „Burgswegs“ werde streng genommen die Verbindung zwischen Roßdorf und der Brücker Mühle hergestellt – allerdings hätte die Strecke auch kürzer ausfallen können. „Für Radfahrer macht das wenige Minuten aus“, sagt er und gibt zu: „Es ist aber akzeptabel, weil es einfach keine Alternative gab.“ Wenigstens sei die Strecke relativ flach.

Noch dazu dürften sich Radfahrer die Hoffnung machen, dass es bald noch eine kürzere Verbindung gibt: Im Rahmen der Flurbereinigung solle bei Roßdorf ein Parallelweg geschaffen werden, der ein Abkürzen ermöglicht.

von Florian Lerchbacher

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