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Opfer lag bewusstlos vor dem Lokal

Landgericht Marburg Opfer lag bewusstlos vor dem Lokal

Nach einer Schlägerei vor einer Bar in der Scharnhorststraße vor gut eineinhalb Jahren blieb ein Mann bewusstlos am Boden liegen. Dieser Fall beschäftigt das Landgericht.

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Eine Schlägerei vor einer Bar in Stadtallendorf vor anderthalb Jahren hat zu einem umfangreichen Verfahren vor einer Kammer des Landgerichts Marburg geführt.

Quelle: Thorsten Richter/Archiv

Stadtallendorf. Vor der 3. Großen Jugendkammer des Landgerichts Marburg sind zwei Männer angeklagt, die in der Nacht vom 12. Mai 2016 einen Syrer schwer misshandelt haben sollen und auf ihn selbst am Boden liegend ins Gesicht und Bauch getreten zu haben. Der als mutmaßlicher Haupttäter angeklagte Mann war zum damaligen Zeitpunkt noch Jugendlicher. Beide Angeklagte bestritten nicht, zu nächtlicher Stunde in die Bar gegangen zu sein.

Sie hätten dort ein Bier getrunken und dieses auch bezahlt. Doch beim Bezahlen seien von zwei weiteren aus Syrien stammenden Gästen finanzielle Forderungen an sie gestellt worden. „Ich kannte diese Leute nicht. Ich wollte keinen Streit“, übersetzte der Dolmetscher die Aussage des heute 20-jährigen Mannes. Doch schon in der Gaststätte sei es zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung gekommen, in deren Verlauf es eine Ohrfeige gegeben habe. Später habe sich die Auseinandersetzung vor dem Gebäude fortgesetzt.

Der junge Angeklagte meinte, sich lediglich verteidigt zu haben, als er nach dem Verlassen der Gaststätte von hinten angegriffen wurde. Dabei habe er zwei bis dreimal zugeschlagen. In keinem Falle habe er ihn noch am Boden liegend getreten. Etwas anders die Darstellung des 25-jährigen zweiten Angeklagten. Er will gesehen haben, dass sein Mitangeklagter mindestens einmal zugetreten habe. Die Bilder des geschädigten Syrers, der als Nebenkläger dem Prozess beiwohnt, und die sich alle Beteiligten betrachten konnten, sprechen wohl eine andere Sprache.

Es war ein mühseliges Geschäft für das Gericht festzustellen, wann sich wer zu welchem Zeitpunkt wo befunden hat, wobei die Eingangstür der Lokalität wohl mit einer Sonderverriegelung ausgestattet ist und nur vom Tresen aus geöffnet werden kann.

Die Einvernahme des Geschädigten brachte auch keine eindeutigen Ergebnisse. Dieser sei draußen zusammengeschlagen worden, bewusstlos zu Boden gegangen, sodass er von den folgenden Schlägen und Tritten nichts mehr mitbekommen habe. Zwei weitere Zeugen, die sich in der Nähe des Tatorts befanden, konnten auch nichts Wesentliches zur weiteren Aufklärung beitragen. Die Schwellungen am Kopf des Geschädigten und die Hämatome am Körper sprechen jedoch dafür, dass der Angeklagte wohl mehr als nur einmal getreten hat, wie sich während des ersten Verhandlungstages zeigte.

Da diese Schlägerei nur ein Teil des Prozesses gegen den Jüngeren der Bulgaren ist, wurde noch kein Urteil verkündet. Er muss sich in den nächsten Tagen auch noch wegen schwerer Körperverletzung und Freiheitsberaubung verantworten.

von Heinz-Dieter Henkel

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