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Ostkreis Land soll Unwetteropfer unterstützen
Landkreis Ostkreis Land soll Unwetteropfer unterstützen
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16:37 14.08.2018
Überflutete Straßen und kaum mehr ein Durchkommen: In der Emcostraße in Kirchhain stand das Wasser am Dienstag, 7. August, auf der Fahrbahn. Quelle: Nadine Weigel
Kirchhain

„Es ist davon auszugehen, dass eine Reihe von Betroffenen in Kirchhain und Umgebung keine Versicherung haben, die die erlittenen Schäden abdeckt“, sagte Landrätin Kirsten Fründt am Dienstag. Derzeit gehe der Kreis davon aus, dass deutlich mehr als 100 Haushalte, landwirtschaftliche und gewerbliche Betriebe betroffen seien. „Aus unserer Sicht sind die Schäden durchaus schwerwiegend und nachhaltig, sodass wir das Land Hessen darum bitten, eine Hilfsaktion mit staatlichen Mitteln zu prüfen“, erläuterte die Landrätin. Die Richtlinien des Landes sehen vor, dass entsprechende Anträge vom Kreisausschuss gestellt werden müssen.

Nach den Elementarschäden-Richtlinien des Landes ist die Voraussetzung für eine staatliche Finanzhilfeaktion, dass auf überörtlicher Ebene schwere Schäden bei einem größeren Personenkreis aufgetreten sind, die die Betroffenen weder aus eigener Kraft noch durch die sachlich gebotene Eigenvorsorge, also zum Beispiel durch eine Versicherung, schultern können. Eine Finanzhilfe des Landes soll Hilfe zur Selbsthilfe bei akuten Notlagen leisten. Sie ist keine Entschädigung. Ein Rechtsanspruch auf finanziellen Ausgleich des erlittenen Schadens besteht nicht, erläutert der Landkreis in einer Pressemitteilung.

140 Liter Regen pro Quadratmeter in zwei Stunden

Am Dienstag, 7. August, wurde der östliche Marburg-Biedenkopfs, dort vor allem Kirchhain, von einem besonders schweren Unwetter mit mehrstündigem Starkregen, Hagel, Sturmböen und Gewittern heimgesucht. An der Messstation der Kläranlage Kirchhain wurden Regenmengen von gut 140 Litern pro Quadratmeter innerhalb von zwei Stunden gemessen.

Aufgrund der enormen Wassermengen waren die Kanalisation, aber auch Gewässer und Grabensysteme massiv überlastet. Das Wasser suchte sich großflächig und oberirdisch auch in bebauten Ortslagen seinen Weg. Es kam zu erheblichen Überschwemmungen. Es wurden Kellergeschosse, Wohnräume, aber auch gewerbliche und landwirtschaftliche Betriebe und Anlagen beschädigt. Hinzu kamen heftige Sturmböen und Hagelschauer, die vor allem landwirtschaftliche Flächen, die noch mit Mais bestanden waren, schädigten. Darüber hinaus entstanden zum Teil erhebliche Schäden an kreiseigenen Schulliegenschaften in Kirchhain und Umgebung sowie an kommunalen Einrichtungen. Das Schadensgebiet erstreckt auf die Kernstadt Kirchhain sowie verschiedene Stadtteile. Darüber hinaus kam es auch zu Schäden in Amöneburg und Stadtallendorf.

Die örtlichen Feuerwehren mussten mit Unterstützung von Katastrophenschutzeinheiten aus dem Landkreis insgesamt rund 250 Einsätze bewältigen. Die Technische Einsatzleitung und der Krisenstab des Kreises waren unter Leitung von Kreisbrandinspektors Lars Schäfer im Einsatz. Rund 400 Rettungskräfte halfen über viele Stunden mit.