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Kreativer Pragmatiker will ins Rathaus

Bürgermeisterwahl Rauschenberg Kreativer Pragmatiker will ins Rathaus

Am 7. Oktober wird der nächste Rauschenberger Bürgermeister in der Nachfolge von Manfred Barth (parteilos) gewählt. Für die CDU tritt Michael Emmerich aus dem Stadtteil Josbach an.

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Michael Emmerich ist in Josbach zu Hause. Der tatkräftige Verwaltungsfachmann möchte Bürgermeister von Rauschenberg werden. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Aus dem Wohnzimmer der Familie Emmerich bietet sich ein schöner Blick auf dem alten Ortskern von Josbach, der nach oben begrenzt durch den Höhenzug „Auf der Hecke“ begrenzt wird. Dort drehen sich die Rotoren von sechs Windrädern im frischen spätsommerlichen Wind. „Die stören mich überhaupt nicht“, sagt der 44-Jährige Vater von zwei Kindern, in dessen Wahlprogramm der Ausbau der Erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle spielt.

Michael Emmerich stammt aus Burgholz, lebt aber schon seit 21 Jahren mit seiner Frau in Josbach. „Wenn ich von Heimat spreche, meine ich Rauschenberg und Josbach. Burgholz ist für mich die alte Heimat“, sagt der Verwaltungsfachmann, der als Hauptamtsleiter der Gemeinde Münchhausen alle fachlichen Voraussetzungen für das Bürgermeisteramt mitbringt.

Bekannt wurde der von seiner Partei einstimmig nominierte Kandidat nicht mit seiner berufliche Qualifikation als Verwaltungsfachmann, sondern durch sein großes ehrenamtliches Engagement. An dessen Anfang stand ein nicht vorhandener Radweg. „Josbach hatte keinen Anschluss an das Radwegenetz, und ich sprach aus eigenem Interesse in dieser Angelegenheit mit dem damaligen Ortsvorsteher. In diesem Gespräch wurde mir deutlich, dass man sich persönlich engagieren muss, will man etwas erreichen“, erinnert sich der Josbacher.

Emmerich trat im Jahr 2000 der CDU bei, zog 2001 ins Stadtparlament und in den Ortsbeirat ein, der ihn zum Ortsvorsteher wählte. Warum die CDU? Michael Emmerich spricht von einer „familiären Vorbelastung“. Sein Vater Peter Emmerich gehört seit mehr als 30 Jahren für die CDU dem Kirchhainer Stadtparlament an. Mit den Werten der Union kann sich der Familienvater identifizieren. Als strammen Parteisoldaten sieht er sich nicht. „Ich habe zu vielen Dingen der Bundes- und Landespartei eine andere Meinung“, sagt er, der insbesondere die sogenannte „Herdprämie“ für ein Unding hält. Gleichwohl hat er den Beitritt zur CDU nie bereut. Michael Emmerich rühmt die freundschaftliche und ehrliche Zusammenarbeit im CDU-Stadtverband, die ihn letztlich auch zur Kandidatur bewogen habe.

Seit 2006 ist der als kreativer Pragmatiker geltende Politiker Vorsitzender der CDU-Fraktion im Stadtparlament. Mit seinen sachlichen, im Ton manchmal bestimmten, aber nie verletzenden Redebeiträgen und seinen sachorientierten Vorschlägen hat er sich fraktionsübergreifend die Wertschätzung seiner Kollegen erarbeitet. Und sachorientierte Politik abseits ideologischer oder parteipolitischer Überlegungen möchte er auch als „Bürgermeister aller Rauschenberger“ betreiben.

Die Lokomotiveder Bioenergie

Dass Kommunalpolitik aus viel mehr als aus einem (im Vorjahr eingeweihten) Radweg von Josbach nach Halsdorf besteht, hat Michael Emmerich als Ortsvorsteher Josbach schnell gelernt. „Es geht nicht darum, nur Ideen zu entwickeln. Wer glaubwürdig sein will, muss auch bei deren praktischer Umsetzung vorangehen“, sagt er. Das bedeutet für die Ortsbeiräte: Arbeitseinsätze bei den Projekten zur Dorferneuerung am und im Bürgerhaus, auf dem umgestalteten Friedhof, an der Grillhütte, bei der Spielplatzerweiterung und den noch anstehenden Vorhaben.

Neben Muskelkraft braucht es zukunftsweisende Ideen. Dazu gehört das inzwischen umgesetzte Nahwärme-Projekt in Josbach, dessen Lokomotive Michael Emmerich war und heute noch als Vorstandsvorsitzender der Nahwärmegenossenschaft Bioenergiedorf Josbach ist.

Zuallererst der Ortsvorsteher war es, der in einem zähen Prozess genügend Anschlusswillige davon überzeugte, dass das Nahwärmenetz nicht nur hilft, CO2-neutral Heizkosten zu sparen, sondern auch ein Beitrag zur Wertsteigerung, gegen Leerstand und zum Erhalt des alten Ortskerns ist. „Michael Emmerich hat in Josbach herausragendes geleistet“, lobte Bürgermeister Manfred Barth den Bioenergiedorf-Pionier, der mit seiner Vorarbeit auch zum Eisbrecher für das Bioenergiedorf-Projekt in Schwabendorf wurde.

Versprechungen macht der aktive Feuerwehrmann im Wahlkampf nicht, aber er formuliert Ziele, an denen er gemessen werden möchte. Zu denen gehört das ehrgeizige Ziel, in Rauschenberg wieder zu einem ausgeglichenen Haushalt zu kommen, wie ihn in seinem beruflichen Umfeld die Gemeinde Münchhausen geschafft hat. Dazu setzt er auf Mehreinnahmen durch den Ausbau Erneuerbare Energien unter Beteiligung einer Bürger-Energiegenossenschaft Rauschenberg.

Ganz wichtig ist ihm, mit motivierten Bürgern die Kernstadt attraktiver zu machen und Rauschenberg selbstbewusst als Familienstadt positiv zu positionieren: „Wir haben eine gute Infrastruktur, ein wunderschönes Stadtbild und eine herrliche Umgebung. Wir brauchen uns nicht zu verstecken.“

Internet: www.michachel-emmerich.de

von Matthias Mayer

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