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Konsolen, Kino und Gewaltspiele

Audio-Projekt Konsolen, Kino und Gewaltspiele

"Willst du noch einen Schluck?", klingt es aus dem kleinen Lautsprecher, um den sich eine Gruppe Schüler versammelt hat. Schnell wird klar, dass hinter dem kurzen Satz eine Menge Arbeit steckt.

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„Wie oft gehst du ins Kino und welche Filme sind deine Lieblingsfilme?“, wollten Selina Wendland (von rechts) und Mirjeta Maiqi von ihren Mitschülern Max Zimmermann und Louis Michel für den Beitrag „Jugendliche Kinowelten“ wissen.

Quelle: Karin Waldhüter

Kirchhain. Im Klassenraum der G8a der Alfred-Wegener-Schule ist es still. Einzelne Schülergruppen sitzen konzentriert vor ihren Computern. „Kein Alkohol, keine Zigaretten, und um zehn Uhr bist du zu Hause“, ist eine autoritäre Stimme aus einem Lautsprecher zu hören. 7 der insgesamt 28 Schüler arbeiten gerade an einem Audiobeitrag zum Thema „Kennen Jugendliche ihr Limit?“

„Ausgehen und Alkohol trinken ist für uns gerade ein aktuelles Thema“, begründet die 14-jährige Schülerin Julia Günther die Themenwahl. „Voll gut“, finden ihre Mitstreiterinnen Hanna Materne und Paula Jarosch das Projekt. „Man sieht jetzt, wie schwer es ist, einen Radiobeitrag, der nur wenige Minuten dauert, zu erstellen. Das ist mehr Arbeit als man gedacht hat“, erklären sie.

„Hessen hören - so klingt meine Welt“ heißt das Projekt, das die Stiftung Zuhören in Kooperation mit dem Hessischen Rundfunk, der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR) und dem Institut für Medienpädagogik und Kommunikation (MuK) anbietet. Angeregt von ihrer Klassenlehrerin Anette Boerger-Kopp hatten die Schüler im vergangenen Dezember eine knappe Bewerbung formuliert, an den Hessischen Rundfunk gesandt und Erfolg gehabt.

Für Boerger-Kopp stehen vermittelte Schlüsselkompetenzen im Vordergrund, zum Beispiel Kreativität, Ästhetik und Hörschulung. Während des dreitägigen Medienkompetenzprojektes erarbeiten die Schüler Audiobeiträge zu vier Themen, die im Besonderen ihre Lebenswelten widerspiegeln: „Konsolen im Vergleich“, „Jugendliche Kinowelt“, „Kennen Jugendliche ihr Limit“ und „Gewaltspiele“.

Die Schüler mussten die diversen digitalen Geräte kennenlernen, ein Zeitraster für den Beitrag erstellen, recherchieren, Mitschülern interviewen, Umfragen organisieren, die passende Musik finden und vieles mehr. „Dabei erfahren sie auch, was sich hinter der GEMA verbirgt, worauf man beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk achten muss, und dass die Frage nach dem Interesse der Hörer ein zentraler Gesichtspunkt vieler Überlegungen ist. Die Botschaft der Schüler hat auch viel mit Selbstreflektion zu tun“, erklärt Cordula Kahl, Bildungsreferentin des MuK, die gemeinsam mit Medienpädagoge Matthias Heinzerling und Praktikantin Lea Kleinert verantwortlich für das Projekt ist.

Hessenweit finden die dreitägigen Workshops noch bis Mitte Mai statt. Am 1. Juni werden auf dem Hessentag in Wetzlar die Ergebnisse der Jugendlichen während einer öffentlichen Veranstaltung präsentiert. Ausgewählte Gruppen erhalten einen Preis. HR2-Kultur wird in einer Radiosendung über das Projekt berichten.

von Karin Waldhüter

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