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Knochenbrüche bei Baby bleiben ungesühnt

Freispruch für Vater im Misshandlungsfall Knochenbrüche bei Baby bleiben ungesühnt

Der Vater, die Mutter, ihr Erstgeborener, andere Betreuungspersonen oder Freunde – verschiedene Menschen kommen für die Misshandlungen eines vier Monate alten Babys in Frage. Wer die Taten beging, bleibt unklar.

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Das Baby litt in den ersten vier Monaten unter roher Gewalt – so wie der Junge auf diesem nachgestellten Bild.

Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Nach fünfeinhalb Stunden Verhandlung konnten sich Staatsanwaltschaft und Richter kein klares Bild machen: Zu viele Details passten nicht zusammen, und es ließ sich nicht eindeutig feststellen, wer für die Misshandlung eines vier Monate alten Babys verantwortlich ist.

Entsprechend folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft, den Kindsvater aufgrund von nicht ausräumbaren Zweifeln an seiner Schuld freizusprechen.

Ende August des vergangenen Jahres hatten Ärzte in der Marburger Kinderklinik an dem vier Monate alten Baby massive Verletzungen festgestellt: eine Luxationsfraktur am Ellbogen (ein Bruch, bei dem zudem ein Knochen aus dem Gelenk gelöst wurde), ein gebrochenes Schienbein, ein gebrochener Oberarm sowie fünf gebrochene Rippen. All diese Verletzungen seien Folgen roher Gewalt­einwirkungen, erklärte eine Sachverständige.

Insgesamt müssen in ganz Hessen Jugendämter immer mehr Jungen und Mädchen – die in ihren Familien misshandelt oder vernachlässigt wurden – in Obhut nehmen. Im Jahr 2010 erhielten fast 3.000 Kinder und Jugendliche den Schutz der Behörden, im Jahr zuvor waren es rund 2.700 oder zehn Prozent weniger.

von Florian Lerchbacher

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