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Ostkreis Kleiner Markt ist wieder im Aufwind
Landkreis Ostkreis Kleiner Markt ist wieder im Aufwind
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17:47 26.09.2013
Doris Hooß aus Leimbach bietet in der Kürbissaison auf dem Stadtallendorfer Wochenmarkt ihre Ernte an.Fotos: Lerchbacher
Stadtallendorf

Es gab Donnerstage, an denen das Ende des Stadtallendorfer Wochenmarktes gekommen schien. Ein oder zwei Wagen standen nur noch auf dem Platz in der Innenstadt, und kaum ein Bürger nutzte das Angebot. Doch „Stadtallendorf aktiv“ gab den Kampf nicht auf und fand immer wieder Händler, die der Stadt und ihrem Markt eine Chance gaben.

Von den Marktbeschickern, die bei der Premiere vor etwas mehr als einem Jahr dabei waren, sind lediglich Fischfeinkost Günther Jekschtat, die Kartoffelverkäufer Theo und Rita Schmitt und die Landmetzgerei Stefan Völker übrig - und dürften maßgeblich zum Überleben des Marktes beigetragen haben.

Silke Momberger, die fröhliche Verkäuferin vom Fischwagen, beobachtete das Auf und Ab zwar immer genau, Stadtallendorf aufzugeben, habe aber nie zur Debatte gestanden: „Wieso denn auch? Ich habe meine Stammkundschaft und nie an dem Markt gezweifelt.“

Und das, obwohl auch sie feststellen musste, dass kaum ein Händler dauerhaft komme. „Irgendwer fehlt immer“, wirft eine ihrer Stammkundinnen ein und kritisiert, dass es zum Beispiel beim Gemüsehändler ständige Wechsel gegeben habe - manchmal sogar gar keiner mehr vor Ort gewesen sei. „Wenn nun einer regelmäßig kommen sollte, nutze ich das auch“, ergänzt die Kritikerin - und spricht den Mitgliedern des Vorstandes von „Stadtallendorf aktiv“ aus dem Herzen. „Es steckt viel Arbeit in dem Markt“, betont Christina Schindler, Vorstandsmitglied von „Stadtallendorf aktiv“. Das kann Marek Sieronski, der Vorsitzende des Vereins, nur bestätigen: „Wir investieren viel Zeit“, ergänzt er und verweist auf einen Käsehändler, der gestern erstmals auf dem Markt vertreten war. „Wir haben ihn auf dem Herbstmarkt angesprochen. Wenn es läuft, will er regelmäßig kommen“, sagt Sieronski und kündigt an, dass auch ein Hähnchenverkäufer donnerstags in der Stadtmitte stehen wolle - oder zumindest darüber nachdenke.

„Mit einheimischen Händlern hatten wir ein wenig Pech“, erklärt Schindler die Tatsache, dass die meisten Händler von außerhalb kommen - lediglich die Niederkleiner „Kartoffel-Schmitts“ sind aus dem Ostkreis. Ein Markt brauche „eine natürlich Auslese - der eine kommt, der andere geht - bis sich eine gute und sinnvolle Mannschaft herauskristallisiert hat“, schreibt „Stadtallendorf aktiv“ in einem Brief an einen Händler. Ein Wochenmarkt lohne sich nur, wenn ausreichend Kunden ihn regelmäßig nutzten: „Dies kann allerdings nur dann auch geschehen, wenn die Menschen, die sich auf den Weg auf den Marktplatz gemacht haben, die gesuchten Anbieter auch antreffen“, heißt es in dem Schreiben.

Die Werbegemeinschaft gibt also eine klare Marschroute hervor - appelliert aber gleichzeitig an die Bürger, das Angebot zu nutzen. Noch dazu hat sie sich inzwischen davon getrennt, auf einen rein grünen Markt zu setzen: An einem Stand, der stark an die drei großen Ostkreis-Märkte zwischen den Jahren erinnert, gibt es am Rande des eigentlichen Geschehens nun Kleidung zu kaufen.

Ob sich der derzeit herrschende Aufwärtstrend des Stadtallendorfer Marktes fortsetzt, lässt sich an dieser Stelle natürlich noch nicht sagen - dessen sind sich auch die Organisatoren bewusst: Der „Findungsprozess“ sei noch nicht abgeschlossen, das Sortiment sei aber gut und es lohne sich, seine Einkäufe auf „traditionelle Art und Weise“ zu tätigen.

Aufgrund der zahlreichen Schichtarbeiter in der Stadt will „Stadtallendorf aktiv“ vorerst weiter an den für einen Markt ungewöhnlichen Öffnungszeiten von 10 bis 18 Uhr festhalten. Dass der Fisch- und der Gemüsehändler dabei erst gegen 13 Uhr in Stadtallendorf eintreffen, sei nicht zu ändern, weil die beiden Wagen zuvor auf anderen Märkten stünden, erklärt Schindler.

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