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Ostkreis Kleine Trutzburg und Schmuckstück
Landkreis Ostkreis Kleine Trutzburg und Schmuckstück
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17:32 10.08.2012
Idyllisch und verwinkelt gelegen präsentiert sich die Amöneburger Kapelle dem aufmerksamen Spaziergänger. Foto: Siepmann
Amöneburg

Amöneburg. Auf dem Marktplatz stehend mit Blick auf das Rathaus, an selbigem rechts vorbei, der Brückenstraße folgend bis zur Kreuzung, dann links: „ist doch ganz einfach zu finden“, sagt Wolfgang W. Müller, Ehrenvorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Kirchhain. Dennoch scheint es, als wolle sich die kleine Kapelle zwischen Hainturm und altem Amtsgericht verstecken.

Müller wartet bereits vor dem idyllisch gelegenen Gotteshaus. In der Hand hält er zwei Schlüssel: den zur alten Kirche und den für einen ziemlich neu aussehenden Kombi. Schnellen Schrittes geht der 84-Jährige in Richtung der Eingangstür zur Kapelle und fängt an zu erzählen.

Müller kennt hier jeden Stein- die Geschichte der Kirche ist eng mit der Geschichte seiner Familie verbunden. „Mein Urgroßvater Karl Sallmann war der erste Pfarrer, der in dieser Kirche Gottesdienste abhielt“, sagt Müller und zeigt auf den kleinen Altar der hell erstrahlt vom Licht, das durch die bunten Glasfenster fällt.

Im äußerst katholisch geprägten Amöneburg mussten die wenigen evangelischen Bürger noch bis 1897 den weiten Weg bis nach Kirchhain in Kauf nehmen, um an einer evangelischen Messe teilnehmen zu können.

Sallmann, der die erste lutherische Pfarrstelle in Kirchhain ab 1893 übernahm, bemühte sich redlich um eine eigene Kapelle in Amöneburg. Schließlich gelang es dem Urgroßvater von Wolfgang W. Müller mit tatkräftiger Unterstützung evangelischer Familien und des damaligen Amtsrichters einen Bauplatz für das Gotteshaus zu erwerben, auf dem dann im Jahr 1897 die kleine Kirche entstand.

Gerade einmal 30 Personen finden in dem Gotteshaus Platz. Jedoch ist nicht allein die Größe einer Kirche für deren Zweck entscheidend, denn in dem winzig anmutenden Innenraum finden bis heute Hochzeiten, Konfirmationen und andere Feierlichkeiten statt.

Für Müller ist die Kirche deshalb etwas Besonderes, weil sie eine Art Intimität transportiere, „warm und harmonisch“ sei sie, sagt er. In seiner Jugend hat Müller den steilen Aufstieg von Kirchhain kommend des Öfteren auf sich genommen. „Auch mein Vater war hier Gemeindepfarrer - bis 1943. Und Gottesdienste wurden hier auch schon immer abgehalten, auch während der beiden Weltkriege“, sagt Müller. Für einige sei der Weg hinauf zur kleinen Kapelle damals schon strapaziös gewesen, erinnert sich der 84-Jährige. „Aber das war eine andere Zeit, da gehörte das eben dazu“, sagt der Ehrenvorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Kirchhain.

In dieser Funktion hat sich Müller natürlich auch mit den historischen Fakten zur Kirchengeschichte vertraut gemacht. Zu berichten weiß Müller, dass das Gotteshaus in diesem Jahr bereits 115 Jahre an seinem Platz steht. „Zwischenzeitlich sah es hier auch mal etwas heruntergekommen aus“, sagt Müller. 2007 seien dann Sanierungsarbeiten vorgenommen worden, um das Haus im neuen Glanz erstrahlen zu lassen. Dazu zählten dunkelrote Umfassungen für die Fenster, die Freilegung der bauzeitlichen Malereien und ein Schmuckband mit grünem und roten Blumenwerk, das nun die Wände ziert. Ebenso wurde die Decke neu bemalt und der Fußboden saniert. Zu den Gottesdiensten, die in 14-tägigem Rhythmus stattfinden, sei die Kapelle immer noch gut besucht, sagt Müller. Die Geschichte der Kapelle bleibt auch in Zukunft mit seiner persönlichen verknüpft: Im Jahr 2022 wird das Gebäude 125 Jahre alt - dann wird auch Müller wieder eine Menge zu berichten haben.

von Dennis Siepmann

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