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Ostkreis Kirchhains Vermögen: 58,8 Millionen Euro
Landkreis Ostkreis Kirchhains Vermögen: 58,8 Millionen Euro
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06:16 22.04.2012
In einigen Kirchhainer Stadtteilen hängen Internet-Nutzer noch am Klingeldraht. Das soll sich ändern. Quelle: Archiv
Kirchhain

426 Gemeinden, Städte und Landkreise gibt es in Hessen. Von diesen sind 106 derart verschuldet, dass sie an dem Entschuldungsprogramm Kommunaler Schutzschirm des Landes Hessen teilnehmen können. Kirchhain gehört dazu, was in Sachen Verschuldungsgrad Schlimmes erahnen lässt.

Die Zahlen der Eröffnungsbilanz sehen aber vergleichsweise freundlich aus. Zum 1. Januar 2009 saß die Stadt auf einem 19,4 Millionen Euro hohen Schuldenberg. Dem stand allerdings ein Vermögen in Höhe von 58.8 Millionen Euro gegenüber. Darin sind alle Sachwerte der Stadt enthalten - von der größten Brücke bis zum kleinsten Kanalrohr.

Diese Zahlen nannte Diplom-Betriebswirt Thomas Decher von der Revision des Landkreises am Dienstagabend vor dem Kirchhainer Haupt- und Finanzausschuss. Die Revision hatte die Eröffnungsbilanz geprüft und genehmigt, die die Ausschussmitglieder schließlich einstimmig beschlossen.

Ebenso einmütig stimmte das Gremium dem vom Magistrat beantragten Nachtrag zur Kindergarten-Satzung zu. Danach sollen die Elternbeiräte in den Kindertageseinrichtungen künftig bis 1. Oktober gewählt werden können. Wie Bürgermeister Jochen Kirchner berichtete, gebe es bei den Krabbelstuben-Kindern nicht den üblichen Wechsel zum Ende des Kindergartenjahres. Stattdessen kämen die neuen U-3-Kinder nach und nach dazu. Um deren Eltern vor den Beiratswahlen Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen zu geben, solle die Wahlfrist verlängert werden.

Millionen-Ausgabefür schnelles Internet

Keine Einwände hatte der Ausschuss zur Bauvoranfrage eines Kirchhainer Unternehmens, das im Gewerbegebiet Ost auf einem Grundstück bauen möchte, das noch nicht an die Abwassersammelleitung angeschlossen ist. Die von der Stadtverwaltung erarbeitete Erschließungsvereinbarung sieht vor, dass der Bauherr die 132.000 Euro für die Abwasserleitung zuvor vorfinanziert. Dem stimmte der Ausschuss einstimmig zu.

Breiten Raum nahm der Sachstandsbericht des Bürgermeisters zur Breitbandversorgung im Landkreis ein. Der flächendeckende Zugang zu schnellen Internet-Verbindungen sei ein notwendiges Stück Infrastruktur für den Landkreis. „Wir als Kommunen müssen das machen, weil es sonst niemand tut“, erklärte der Bürgermeister, warum der Landkreis in Zusammenarbeit mit 20 Städten und Gemeinden des Kreises gewillt ist, 50 Millionen Euro für das Großprojekt ausgeben.

Die Stadt Marburg geht in Sachen Internet-Versorgung eigene Wege und beteiligt sich an der vom Kreis zu diesem Zweck gegründeten Firma.

Mit den 50 Millionen Euro will der Landkreis die kommunalen Verteilzentren, von denen es allein in Kirchhain 30 gebe, mit dem überregionalen Glasfaser-Kabelnetz verbinden. Von den Verteilkästen bis in die Häuser sollten die bestehenden Kupferleitungen genutzt werden. So soll eine Download-Geschwindigkeit von 50 MB pro Sekunde erreicht werden, erklärte Kirchner.

Land minimiert das Investitionsrisiko

Zielsetzung sei es, das neue Netz möglichst innerhalb von drei Jahren zu bauen und nach Fertigstellung an einen Betreiber zu verpachten. Allein Kirchhain als zweitgrößte beteiligte Kommune müsse sich mit 4,2 Millionen Euro an dem Projekt beteiligen, sagte der Kämmerer, der einräumte, dass das Vorhaben risikobefrachtet sei. Allerdings werde dieses Risiko durch die Bereitschaft des Landes Hessen, für gleich 48 Millionen Euro zu bürgen, erheblich gemindert, sagte Kirchner.

Am Montag, 23. April kommt die Kirchhainer Stadtverordnetenversammlung um 19 Uhr im Bürgerhaus zu ihrer nächsten öffentlichen Sitzung zusammen. Gleich vier Tagesordnungspunkte beschäftigen sich mit der Bauleitplanung der Stadt. Im Mittelpunkt steht der Bebauungsplan „Bahnhofsumfeld und freiwerdende Bahnanlagen.“ Für das wichtigste städtebauliche Projekt zur Innenstadt-Entwicklung steht der Satzungsbeschluss an.

Außerdem geht es um die Bebauungspläne Röthe II, Lerchenstraße/ An der Ohmtalbahn, und Am Sportplatz in Großseelheim. Verschiedene Anträge runden die Tagesordnung ab.

von Matthias Mayer

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