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Kirchhains Forst bringt gute Erträge

Wald-Inventur Kirchhains Forst bringt gute Erträge

Alle zehn Jahre macht das Kirchhainer Forstamt „Inventur“ in den Wäldern der verschiedenen Eigentümer, die der Behörde ihren Forst zur Bewirtschaftung übertragen haben.

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Ein Waldarbeiter zersägt einen gefallenen Baum im Forst. Archivfoto: Tobias Hirsch

Kirchhain. Mit rund 353 Hektar Fläche verfügt die Stadt Kirchhain über einen der größten Waldbestände, die das Forstamt Kirchhain bewirtschaftet. Alle zehn Jahre ist eine „Forsteinrichtung“ fällig, eine Bestandsaufnahme, wie auch eine neue Definition der künftigen Ziele der Waldbewirtschaftung. Die Ergebnisse dieser „Forsteinrichtung“ präsentierte Forstamtsleiter Lutz Hofheinz dem Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr.

Bei der Forsteinrichtung werden nicht nur Bestände gezählt, Bäume werden auch vermessen, es werden Rückschlüsse auf die Bodenqualität und die Nährstoffversorgung gezogen. Kirchhains städtische Waldbestände verteilen sich über vier Gemarkungen: nördlich der Kernstadt, nördlich von Emsdorf, südlich und westlich von Betziesdorf und nördlich von Sindersfeld.

Insgesamt zog Lutz Hofheinz eine positive Zehn-Jahres-Bilanz der Kirchhainer Waldentwicklung. Allerdings: Auch der städtische Forst war in den vergangenen Jahren von Unwetterereignissen wie dem Orkan Kyrill oder dem Orkan von 2010 stark betroffen. Das wirkte sich erwartungsgemäß in den entsprechenden Jahren auch auf den Holzeinschlag im Kirchhainer Stadtgebiet aus. Vor allem im Jahr 2010 stieg das Finanzergebnis im Kirchhainer Forst sprunghaft an. Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) würdigte dabei die Leistung des Kirchhainer Forstamtes: „Das Amt hat die Holzpreisentwicklung sehr gut eingeschätzt und zu unseren Gunsten gearbeitet“, sagte Kirchner während der Aussschuss-Sitzung.

In den Zeiten nach den Orkanen hatte das Forstamt den Nasslagerplatz Anzefahr genutzt und Holzstämme dort zwischengelagert. Der Verkauf folgte erst, nachdem sich der mit Holz überversorgte Markt wieder beruhigt hatte.

In den Kirchhainer Waldgebieten finden sich primär Eichen (Anteil: 34 Prozent), Buchen (25 Prozent), Fichten (15 Prozent) und Kiefern (26 Prozent). „Wobei die Eiche eher etwas überrepräsentiert und die Fichte hingegen unterrepräsentiert ist“, erläuterte Forstamtsleiter Hofheinz dem Ausschuss. Der Kirchhainer Stadtwald kann dabei auch einige Bestände an teilweise mehr als 160 Jahre alten Eichen vorweisen.

Zur Forsteinrichtung gehört auch die Zukunftsplanung. Und da will die Stadt Kirchhain wie bisher natürlich auf eine nachhaltige Bewirtschaftung setzen. Klar ist, dass der Holzeinschlag dabei von Bedeutung bleibt, aber auch der Erhalt der Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes. Lutz Hofheinz hat aufgrund vorliegender Zahlen gerechnet. Demnach kann Kirchhain mit durchschnittlich 20000 Euro Einnahmen aus der Waldbewirtschaftung rechnen, Geld, dass die Stadt in ihrer Haushaltslage gut gebrauchen kann.

Fest steht aber auch, dass das Forstamt in Zukunft weniger Festmeter Holz aus dem Wald holen wird, um ihn zu schonen. Geplant sind Holzeinschläge von 2068 Festmetern statt wie bisher 2310 Festmetern pro Jahr.

Doch wie steht es um das Waldsterben im Kirchhainer Forst? „Die Situation hat sich insgesamt gebessert, doch es gibt keinen Grund für eine Entwarnung“, antwortete Hofheinz auf eine Frage des Ausschuss-Vorsitzenden Eduard Mörschel (CDU). Der Versauerungsprozess des Bodens könne nicht umgekehrt sondern lediglich gestoppt werden. Darum ist auch Kirchhain Mitglied einer Forstgemeinschaft, die die jährlichen Kalkungsaktionen aus der Luft koordiniert.

Konkrete Risiken für Kirchhains Wald sieht Hofheinz beispielsweise im Wildbestand in einzelnen Gebieten.

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