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Ostkreis Das Eltern-Taxi wird zum Problem
Landkreis Ostkreis Das Eltern-Taxi wird zum Problem
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00:17 12.06.2018
Am liebsten bis vor das Tor der Kirchhainer Grundschule chauffieren Eltern allmorgendlich ihre Kinder. Dafür ist die schmale Ziegelgartenstraße nicht gebaut. Quelle: Matthias Mayer
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Kleinseelheim

„Das 190 Kilometer lange Straßennetz der Stadt Kirchhain funktioniert“, stellte Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann vor dem Ausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr fest.

Gleichwohl bekämen er und der Fachbereich 3 regelmäßig Hinweise und Beschwerden zur Verkehrssicherheit im Kirchhainer Straßenraum. Diesen Hinweisen werde grundsätzlich nachgegangen, auch wenn einige Eingaben auf ein subjektives Empfinden von Bürgern zurückzuführen seien, erklärte der Bürgermeister vor dem am Montagabend in Kleinseelheim tagenden Gremium.

Der Magistrat habe die Hinweise zum Anlass für einen Sachstandsbericht zur Sicherheit im Kirchhainer Straßenraum genommen, so Olaf Hausmann.
Benjamin Beule vom Fachbereich 3 stellte den unter Vorsitz von Professor Rainer Waldhardt tagenden Parlamentariern die aktuellen Hotspots vor.

  • Ganzes Stadtgebiet: Das Parken auf Gehwegen ist das Dauerthema schlechthin.
  • Großseelheim: Der Stadtverordnete Reinhard Heck (Die Linke) weist auch im Namen des Ortsbeirats darauf hin, dass im Bereich Rotenberg und Rheinstraße zu schnell gefahren wird. Die Straßenverwaltung wird dort jetzt eine elektronische Tafel anbringen, die Verkehrsteilnehmern die gefahrene Geschwindigkeit anzeigt.
  • Kleinseelheim: Gleich mehrere Baustellen müssen die Kleinseelheimer derzeit ertragen. Wegen der Umleitungen hat die schmale Roßdorfer Straße, die nur einen vorsichtigen Begegnungsverkehr erlaubt, inzwischen den Charakter einer Hauptstraße. Mit der wachsenden Vegetation werden die Kurven nicht mehr einsehbar sein. Deshalb wird der Fachbereich 3 in den Kurven Schilder für ­eine Geschwindigkeitsbeschränkung aufstellen. Für die Straße Zum Sportplatz, die unmittelbar am Kindergarten vorbeiführt, galt stets ein Durchfahrtverbot für die Fahrer von Lkw. Das entsprechende Schild wurde während der Bauphase demontiert, worüber sich mehrere Bürger auch gegenüber dieser Zeitung beschwert hatten. Wie Benjamin Beule berichtete, wird das Lkw-Verbotsschild nach Abschluss der Bauarbeiten wieder an seinen gewohnten Platz zurückkehren.
  • Kernstadt: In der Brießel­straße fahren die Autofahrer­ inzwischen an den Engstellen über die Gehwege aneinander vorbei. Besonders haarig ist nach verschiedenen Schilderungen die Situation in Höhe des neuen Grill-Restaurants. Abhilfe soll der Einbau von Pollern schaffen.
  • Kernstadt: In der Goethestraße wird das Gebot Rechts vor Links missachtet. Außerdem halten sich Verkehrsteilnehmer nicht an Tempo 30. Der Fachbereich werde darauf mit Blumenkübeln auf der Fahrbahn und Geschwindigkeitsmessungen reagieren. „Mehr können wir leider nicht machen“, erklärte Benjamin Beule.
  • Kernstadt: Erst im vergangenen Jahr hat die Stadt Kirchhain die Schulbus-Haltestelle von der Ziegelgartenstraße in die Pestalozzistraße verlegt, um die Verkehrssituation vor der Grundschule zu entzerren. „Die Eltern-Taxis werden zum Problem. Gehalten wird direkt vor der Schule auf dem Gehweg, sodass die Kinder über die Straße laufen müssen“, erläuterte Benjamin Beule die ­Situation. Die Stadt plane nun, eine Bring- und Abhol-Zone einzurichten. Aus dem Ausschuss wurden ähnliche Probleme von der Großseelheimer Schule berichtet. Auch dort werde auf Gehwegen geparkt.

von Matthias Mayer

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