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Ostkreis Bau einer Kindertagesstätte geplant
Landkreis Ostkreis Bau einer Kindertagesstätte geplant
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00:17 15.03.2019
An der Krabbelstube „Sonnenkinder“ soll zum 1. Oktober ein „Container-Kindergarten“ entstehen.  Quelle: Michael Rinde
Kirchhain

Wie die OP berichtete fehlen der Stadt Kirchhain aller Voraussicht nach etwa 40 Kindergarten-Plätze für das Kindergartenjahr 2019/2020. Um diese Lücke zu schließen, hat die Stadt diverse Übergangslösungen geplant, wie diese Zeitung berichtete.

Eine davon besteht unter anderem in der Schaffung eines „Container-Kindergartens“ („ Mobiles Wohnen“) mit 25 Plätzen für Kinder über drei Jahren. Weitere Plätze sollen in Niederwald entstehen, im Notfall auch in Betziesdorf.

Die Entscheidung über diese Verwaltungsvorschläge fällt das Stadtparlament. Schon in der Sozialausschuss-Sitzung hatte Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) den Bau einer weiteren Kindertagesstätte in den Raum gestellt.

Zwischenzeitlich gibt es bei diesen Plänen offenbar größere Fortschritte. Hausmann bestätigte entsprechende Informationen gegenüber der OP. Demnach laufen derzeit Gespräche mit einem freien Träger, der die Kindertagesstätte bauen könnte.

Sie soll, so Hausmann, vier Gruppen bekommen: drei Gruppen für Kinder über drei Jahren („Ü3“), eine Gruppe für Kinder unter drei Jahren („U3“). Hausmann rechnet insgesamt mit etwa 80 neuen Plätzen. Das geht natürlich weit über den Bedarf hinaus, den Kirchhain derzeit und kurzfristig abdecken muss.

„Wir bauen damit für die Zukunft“, sagt Hausmann unter Verweis auf die Entwicklung von Neubaugebieten, aber auch von Wohnquartieren in der Kernstadt, wie etwa im und um das frühere Areal der „Zeppernickschen“-Fabrik.

Wer die Kita bauen und betreiben könnte, will Hausmann angesichts der laufenden Verhandlungen nicht sagen. Auch wo die Kindertagesstätte entstehen soll, lässt er offen. Dass sie in der Kernstadt gebaut werden wird, scheint dabei aber auf der Hand zu liegen. Zahlt der freie Träger den Kindertagesstätten-Neubau dann komplett? „Das ist Verhandlungssache und noch nicht entschieden“, sagt Hausmann und lässt auch diesen Punkt zum jetzigen Zeitpunkt im Raum stehen.

Klar ist aber, dass der Neubau keine kurzfristige Lösung sein wird. Bei der Stadtverwaltung rechnet man mit einer möglichen Eröffnung zum Kindergartenjahr 2022/2023, zumal wohl auch noch Baurecht für die Kindertagesstätte geschaffen werden muss.

Betriebskosten werden noch verhandelt

Und auch dieser Termin lässt sich nur halten, wenn die Grundsatzentscheidungen in den Kirchhainer Gremien recht bald fallen. „Ich erwarte, dass das Thema insgesamt im zweiten Quartal entscheidungsreif sein wird“, sagt Hausmann zur weiteren Terminplanung.

Dann dürfte mit dem freien Träger auch verhandelt worden sein, wie sehr sich die Stadt an den ungedeckten Betriebskosten beteiligen muss. Der Kostenanteil dürfte zumindest nahe der Regelung liegen, die Kommune und Kirchengemeinden festgelegt haben. Der liegt bei 90 zu 10, die Stadt übernimmt dabei den Löwenanteil.

Dem Gesamtelternbeirat für die Kindergärten hat die Stadtverwaltung bereits über die jüngsten Fortschritte berichtet. In der jüngsten Sozialausschuss-Sondersitzung hatte Kirchhains Bürgermeister unter anderem auch angekündigt, dass die Verwaltung den Kauf jener Kindergarten-Container prüft.

Diese Container sollen auf einem Teil des Freigeländes an der „Krabbelstube Sonnenkinder“ entstehen. Beim Wort „Container“ denkt eine Mutter im Gespräch mit der OP an einer sehr einfache Variante aus Wellblech.

Doch Hausmann beruhigt: „Wir werden eine technisch hochwertige und adäquate Lösung nehmen.“ Eine Option könnten Container von der Art sein, wie sie in Niederwalgern genutzt werden.

Unabhängig von der immer konkreter werdenden Planung für den Kindergarten-Neubau prüft die Stadt auch, ob es sich für Kirchhain nicht lohnt, die Container zu kaufen. Für drei Monate Betrieb des „Container-Kindergartens“ wird die Stadt ansonsten rund 64 000 Euro zahlen, allerdings einschließlich Personalkosten. Die Entscheidung über die kurzfristigen Lösungen zur Schaffung neuer Kindergartenplätze soll Anfang April fallen.

Die Stadt will Eltern in einer weiteren Informationsveranstaltung über die Planungen für die kurzfristige Schaffung neuer Kindergarten-Plätze in den nächsten Wochen informieren.

von Michael Rinde