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Ostkreis Kirchhain hat Pflichten bereits erfüllt
Landkreis Ostkreis Kirchhain hat Pflichten bereits erfüllt
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06:15 19.04.2012
Die noch junge Kinderkrippe Sonnenkinder in der Nähe des Freibades schafft zusammen mit den Tagesmüttern genügend U3-Plätze im Kirchhainer Stadtgebiet. Quelle: Michael Rinde
Kirchhain

Es gehört zum Jahresprogramm des Sozialausschusses, dass die Verwaltung den Stadtverordneten einen Überblick über die Kindergartenplätze, Entwicklungen und Defizite gibt. Bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses hatte Fachbereichsleiter Dirk Lossin eigentlich nur Gutes zu berichten. „Das Ziel, für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren einen Betreuungsplatz anzubieten, haben wir eigentlich schon erreicht“, sagte Lossin.

Um diese gesetzliche Vorgabe zu erfüllen hatte die Stadt Kirchhain die neue Kinderkrippe „Sonnenkinder“ gebaut. Sie verfügt über 50 Plätze in 5 Gruppen und ist ausgebucht. Hinzu kommen U3-Plätze in altergemischten Gruppen in Kindertagesstätten in den Stadtteilen. Doch erreichen lässt sich die gesetzliche Mindestmarke für Betreuungsplätze nur mit Hilfe von Tagesmüttern. Acht davon gibt es im Kirchhainer Stadtgebiet. Zum Stichtag der statistischen Erhebung Ende 2011 waren 25 von 32 Plätzen belegt.

Sollte sich der Bedarf bei den U3-Plätzen anders entwickeln, so bliebe der Stadt immer noch eine Reserve. Denn die erste Kinderkrippe der Stadt im Drosselweg wird derzeit gar nicht genutzt. „Im Moment stehen wir aber unter keinem Zwang“, betonte Bürgermeister Jochen Kirchner während der Ausschuss-Sitzung.

Und noch eine Tendenz hat die Stadt Kirchhain bei den anmeldenden Eltern festgestellt: Der Trend geht immer mehr in die Richtung, das Krippenangebot bereits für Kinder ab dem sechsten Lebensmonat zu nutzen. Pädagogisch habe sich gezeigt, dass die frühzeitige Betreuung in einer Krippe Kindern guttue, sagte Uwe Pöppler (CDU), der als Fachbereichsleiter in der Kreisverwaltung mit dem Thema ebenfalls befassst ist.

Bei den reinen Kindergartenplätzen erfüllt die Stadt Kirchhain die gesetzliche 100-Prozent-Vorgabe (ein Platzangebot für jedes Kind ab drei Jahren) schon lange. Doch ganz problemlos verläuft die Vergabe der Plätze nicht. Denn die Eltern haben Wahlfreiheit, sind nicht auf den Kindergarten angewiesen, der ihrer Adresse am nächsten liegt. „Es zeigt sich, dass Eltern immer gezielter nach pädagogischem Konzept und Angeboten auswählen“, erläuterte Lossin im Ausschuss. Das führe aber auch dazu, dass die Eltern nicht immer einen Platz in ihrem Wunschkindergarten erhalten könnten. So waren zwei städtische Kindergärten im vergangenen Jahr schon weit vor Ende der Anmeldefristen ausgebucht, während andere noch Plätze frei hatten. Bisher hätten sich diese Probleme aber immer lösen lassen.

Außerdem wird die Stadt Kirchhain etwas an der Kindergartensatzung verändern. Künftig sollen Eltern mehr Zeit nach Beginn des Kindergarten-Jahres haben, ihre Beiräte zu wählen. Muss das bisher innerhalb weniger Wochen erfolgen, so soll in Zukunft bis Oktober Zeit gegeben werden. Der Sozialausschuss will sich in einer seiner nächsten Sitzungen noch eingehender mit dem Bedarfsplan bei den Kindergärten beschäftigen.

von Michael Rinde