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Ostkreis Ausschuss will kommunales Kino bewahren
Landkreis Ostkreis Ausschuss will kommunales Kino bewahren
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00:19 06.12.2018
Vor dem Bürgerhaus steht ein Kino-Kasten. Diese Plakate weisen auf zwei Filme hin, die gestern für Kinder und Erwachsene im Kirchhainer Bürgerhaus gezeigt wurden. Quelle: Matthias Mayer
Kirchhain

Das Sorgenkind ist das Kommunale Kino, das im Januar dieses Jahres seine Premiere im Bürgerhaus feierte. Wie Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) berichtete, sei dieser weitere kulturelle Baustein im Leben der Stadt auf eine Initiative des Seniorenbeirats ­gesetzt worden. Leider seien es die ­Senioren, die dem ­Kino an ­jedem letzten Mittwoch im ­Monat fernblieben.

„Die Filme sind super, die ­Resonanz ist schwach“, kons­tatierte Kerstin Ebert von der Stabsstelle und zeigte die Besucherzahlen. „Der Veranstalter braucht für den Kinderfilm am Nachmittag und für die Abendvorstellung 80 bis 100 Besucher. Davon sind wir weit entfern“, sagte sie. Selbst Aktionen wie die kleinen Flyer, die jedem Kita-Kind in den Rucksack gesteckt worden seien, hätten nicht gefruchtet. Im Gegensatz zum gut besuchten Open-Air-Kino werde das Kommunale­ ­Kino nur unzureichend angenommen.  

Allein im Januar sei die Zielvorgabe erreicht worden. Im Sommer sei der Besuch extrem dünn gewesen, sagte Olaf Hausmann. Tiefpunkt war laut Statistik der Juni, als zur Kinder- und zur Abendvorstellung zusammen nur 31 Besucher kamen.

Weg vom Mittwoch als Kinotag

Die Stadt wolle das Kommunale Kino fortführen. Dafür müsse allerdings der Schalter umgelegt werden, sagte der Bürgermeister. Die ersten Vorschläge aus dem Ausschuss: Weg vom Mittwoch als Kinotag. Dieser Wochentag sei für ein Kino-Ereignis nicht attraktiv genug. Kerstin Eber entgegnete, dass nach den Erfahrungen des Veranstalters der Wochentag für Erfolg und Misserfolg keine Rolle spiele. Wichtig sei, dass die Bürger verinnerlichten, dass am letzten Mittwoch im Monat Kinotag in Kirchhain sei.

Uli Balzer (Grüne) riet dazu, das Kino-Experiment zu beerdigen. Ein echtes Kino-Erlebnis sei im Bürgerhaus nicht möglich. Außerdem lade sich die jüngere Generation über Netflix die neuesten Filme herunter. Holger Lesch (CDU) warb dafür, es mit den klassischen Kinotagen Freitag, Samstag, Sonntag zu versuchen. Harald Kraft (SPD) sah die Situation pragmatisch: „Wenn die Zahlen nicht ausreichen, müssen wir Veränderungen erproben.“

Die Anfangsschwierigkeiten sollen überwunden werden

Laut Bürgermeister bleibt damit nur noch bis Mai Zeit. Der Veranstalter habe schon zum Jahresende aufhören wollen, sei aber dem Wunsch der Stadt gefolgt, vorerst weiterzumachen. Es gehe darum, die Anfangsschwierigkeiten zu überwinden. Die habe es auch in Stadtallendorf gegeben, wo heute stabil mehr als 100 Besucher zum Kommunalen Kino kämen, sagte Olaf Hausmann.

Herbert Landmesser (SPD) passte es als Vorsitzender des Seniorenbeirats überhaupt nicht, dass seine Klientel dem Angebot die kalte Schulter zeigte. Und er hatte zugleich eine­ Idee. Bei den Weihnachtsfeiern von DRK und Awo werde er wenige Fragen zu den cineastischen Vorlieben der Senioren an die Zielgruppe und die Abstimmungen protokollieren. Olaf Hausmann erklärte sich spontan bereit, dieses bei der VdK-Weihnachtsfeier zu tun.

Gute Noten für „Kirchhain genießen“

Zur Belebung der Innenstadt hatten Stadt und Verkehrsverein vor zwei Jahren die Veranstaltungsreihe „Kirchhain sehen, hören, genießen“ ins Leben gerufen. Für kleines Geld hätten heimische Künstler Kirchhainer und ihre Gäste aufs Beste unterhalten. Feedback habe sich die Stadt von einer Fragebogenaktion erhofft, sagte Olaf Hausmann.

Kerstin Ebert berichtete von einer enttäuschenden Resonanz. Es habe nur 55 Rückmeldungen gegeben. Diese wiederum seien fast durchweg positiv gewesen. Das gelte besonders für die Art der Veranstaltung, als auch für die Werbung der Stadt. Es habe auch Anregungen für künftige Veranstaltungen gegeben. Kabarett, Ausstellungen und Veranstaltungen mit Kindern stünden ganz oben auf der Liste.
Olaf Hausmann kündigte an, dass die Reihe fortgesetzt werde. Derzeit werde am Programm gearbeitet. Anregungen würden berücksichtigt.

von Matthias Mayer