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Kindesmisshandlung war „Blackout“

Rauschenberg Kindesmisshandlung war „Blackout“

Weil sie ihr Kind misshandelt hatte, das bleibende Schäden davontrug, musste sich nun eine Rauschenbergerin vor dem Amtsgericht verantworten.

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Archivfoto

Marburg. Die Angeklagte, eine 29-jährige Frau aus Rauschenberg, hatte im März des vergangenen Jahres versucht, ihr schreiendes Kind zu beruhigen – indem sie die Hand des damalig anderthalb-jährigen Sohnes in eine Schüssel mit heißem Wasser tunkte, was zu schweren Verbrennungen führte. Die hochschwangere Mutter bemerkte zwar sofort ihren Fehler, kühlte die Hand ihres Kindes und suchte mit ihm einen Arzt auf. Doch bedingt durch ihren hochschwangeren Zustand und ihre intellektuelle Eingeschränktheit dauerte es sehr lange, bis dem Kleinkind die so dringend benötigte medizinische Hilfe zuteil wurde.

Der Arzt diagnostizierte Verbrennungen dritten Grades. Ob das Kind seine Hand jemals wieder benutzen kann, ist nicht abzusehen.

Am Dienstag musste sich die alleinerziehende Mutter, der mittlerweile das Sorgerecht entzogen wurde, für ihr Verhalten vor dem Marburger Amtsgericht wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen verantworten. Die Tat sei keine gezielte Aggressionsentladung gegen das Kind gewesen, so eine Psychologin, sondern ein Blackout. „Dass es so lange dauerte, bis das Kind beim Arzt war, war keine Absicht, sondern ist auf Beschränktheit zurückzuführen“, erklärt die Sachverständige.

von Philipp Rasch

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