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Kinder lesen und erleben

Schule Kinder lesen und erleben

Erlebnisorientiert, spielerisch und unterhaltsam - ohne Leistungsdruck und Benotungsstress sollen Schüler der Grundschule II in der "Lesekirmes" Spaß am Lesen bekommen.

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Anke Jüngst und die Kinder machen es sich themenbezogen vor einem Tipi gemütlich.Foto: Waldhüter

Stadtallendorf. „Ich heiße ,Rote Blume‘ und mir geht es gut“, sagt Schülerin Rabia, fährt sich mit ihrer Hand über das Gesicht und formt vor ihrem Körper einen Kreis. Mit dieser indianischen Begrüßung beginnt in der Südschule die „Lesekirmes“. Acht Schüler sitzen in einem Kreis, in dessen Mitte ein „Lagerfeuer“ flackert. Vor der Tafel ist ein Tipi aufgebaut. Während Djamil in dem Buch „Fliegender Stern“ von Ursula Wölfel zu lesen beginnt, wird es still im Raum. Geleitet wird die „Lesekirmes“, die unter dem Motto „Indianer“ steht, von Anke Jüngst.

Seit 1994 ist der Verein Bildungspolitische Initiative“ - kurz: bipoli - mit einem Programm zur Lernförderung an der Südschule (mit dem Standort Waldschule) vertreten. Dabei arbeitet der Verein eng mit dem Büro für Integration zusammen. 170 Schüler, davon haben rund 90 Prozent einen Migrationshintergrund, besuchen diese Hausaufgabenhilfe.

„Im Rahmen des Ganztagsangebots der Schule ist der Wunsch entstanden, etwas zur Leseförderung beizutragen“, berichtet Peter Thoene von bipoli. Immer freitags besuchen acht Kinder für jeweils zwei Schulstunden die „Lesekirmes“. Schon vor der eigentlichen Ausschreibung sei die Teilnehmerobergrenze erreicht worden, berichtet Thoene.

„Das Projekt Lesekirmes ist angelehnt an das Wort Kirmes, die bunt, erlebnisorientiert, spielerisch und unterhaltend ist - genau so, mit dem Aspekt der Zusammengehörigkeit, soll unser Projekt aussehen“, verdeutlicht er und beschreibt die Ziele des Projekts: „Wir wollen die Lesemotivation auf Grundlage eines genussvollen Erlebens verstärken, das Leseverständnis und das Lesetempo steigern und erreichen, dass die Kinder auch außerhalb der Schule weiterlesen.“ Die Kinder genießen das Angebot: „Mir gefällt es hier zu lesen und zu basteln“, erzählt die neunjährige Marija. „Mir gefällt alles hier“, ergänzt Djamil - denn es geht um mehr als das Lesen. Durch themenbezogene Aktivitäten wie das Basteln eines indianischen Lesezeichens oder das Kochen eines indianisches Essens tauchen die Kinder tief ins Thema ein.

Finanziert wird die „Lesekirmes“ durch Spenden der Sparkasse Marburg-Biedenkopf und von Vereinsmitgliedern. „Lesen ist wichtig. Die Begeisterung ist spürbar. Ich hoffe, dass die Kinder am Ende mit Spaß und Neugierde mehr lesen“, unterstreicht Schulleiterin Elfriede Wollmer.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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