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Kinder bekommen Namen

Neustädter helfen Kinderdorf Kinder bekommen Namen

Eine Erntedankaktion der Integrierten Gesamtschule in Neustadt brachte mehr als 2 000 Euro für ein Kinderdorf in Peru zusammen.

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Mit einem Flohmarkt schloss die Schule ihre Aktion für das Kinderdorf in Lima ab.

Quelle: Klaus Böttcher

Neustadt. Schon seit 1996 unterstützt die Gesamtschule Neustadt das Westfalia-Kinderdorf am Rande von Lima in Peru. Der Kontakt ist durch die Lehrerin Doris Apelt-Weyrauch zustande gekommen. „Ich habe fünf Jahre in Peru gelebt und an einer deutschen Schule unterrichtet“, erklärt sie im Gespräch mit der OP. Dadurch kennt sie die Probleme der Kinder in dem Land bestens und hat die Kontakte zu dem Dorf geknüpft. Sie hat Schülern von den leidgeplagten Kindern erzählt. Für Apelt-Weyrauch ist eines besonders wichtig: „Die Spende geht nicht an eine anonyme Organisation. Es besteht ein direkter Kontakt.“

Diesen Kontakt erfuhren Schüler der fünften und sechsten Klassen eindringlich, als das Ehepaar Woyke zu Besuch war. Sie sind Pflegeeltern in dem peruanischen Kinderdorf und geben 14 Kindern im Familienverbund Wärme und Geborgenheit. Die Kinder in dem Dorf haben meist durch Krieg oder Naturkatastrophen ihre Eltern verloren und leben völlig auf sich gestellt unter primitivsten Verhältnissen in den Straßen Limas. Staatliche Fürsorge kennen sie nicht. Häufig sind sie Opfer von Verbrechern. Mit dem Versprechen auf ein besseres Leben und ausreichend Essen werden sie auf Coca-Plantagen gelockt und dort als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. Coca steht für Kokastrauch, dessen Blätter Kokain enthalten und zur Herstellung von Drogen verwendet werden. Der Lohn für die Acht- bis Zehnjährigen besteht aus einem Teller Suppe pro Tag. Auch bei Verletzungen an den Händen, hervorgerufen durch die scharfen Coca-Blätter, wird der Zwang zum Pflücken mit Prügel weiter durchgesetzt. Völlig verängstigt und meist unfähig zu sprechen gelangen die Kinder über Krankenhäuser in die Obhut des Kinderdorfes.

von Klaus Böttcher

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.

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