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KiTa-Kinder schauen Blaumeisen-TV

Füttern live KiTa-Kinder schauen Blaumeisen-TV

Gebannt schauen Lion, Aleyna, Muhammed, Selin und Jakob in der Integrativen Kindertagesstätte in der Schillerstraße zu, wie die Blaumeiseneltern in ihrem Nest die gerade geschlüpften Jungen füttern.

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Lion, Aleyna, Muhammed, Selin und Jakob (von links) beobachten die jungen Meisen am Monitor.

Quelle: Alfons Wieber

Stadtallendorf. Gierig reißen die neun Küken die Schnäbel auf, als die Eltern wieder einmal von der Futtersuche zurückkommen. „Schau mal, was die für einen Hunger haben. Immer haben sie ihre Schnäbel offen“, sagt Selin staunend zu den anderen.

Natürlich sitzen die Kinder nicht auf einem Baum, um in das Vogelnest zu schauen. Das würde die Meisenfamilie kaum aushalten. Sie verfolgen das Geschehen im Nistkasten zeitgemäß als Live-Übertragung am Fernseher in ihrem Gruppenraum. Im Nistkasten, der vor dem KiTa-Gebäude an einem Baum hängt, klebt eine kleine Kamera, die ihre Bilder über ein Kabel direkt zu den Kindern überträgt.

Harald Weitzel hat diese einzigartige Form der Vogel-Beobachtung ermöglicht. Als Mitarbeiter des Stadtallendorfer Bauhofes zum Ende der Frostperiode die Bäume auf dem KiTa-Gelände zurückschnitten, tauschte der passionierte Vogelkundler in Absprache mit der Leitung der Einrichtung den alten Nistkasten gegen eine von ihm präparierte neue Behausung für die Blaumeisen aus. Im Deckel ist eine Kamera mit lichtstarker Optik installiert, die ohne zusätzliche Beleuchtung auskommt. Allerdings liefert die Mini-Kamera lediglich Schwarz-Weiß-Bilder.

„Dafür merken die Vögel nicht, dass sie rund um die Uhr beobachtet werden“, freut sich Weitzel selbst über die gelungene Idee und das große Interesse, auf das das neue TV-Programm bei Kindern und Erzieherinnen stößt.

Seit die Blaumeisen Ende März mit dem Nestbau begonnen hatten, wurde die weitere Entwicklung von den Kindern immer wieder mit großem Interesse verfolgt. „An jedem Morgen führt bei vielen unserer Kleinen der erste Weg zum Monitor, um Veränderungen im Nest sofort erkennen zu können“, erzählte Martina Schrader, Erzieherin in der KiTa in der Schillerstraße. Auch Eltern, die ihre Kids morgens bringen oder nachmittags abholen, werden häufig zum Monitor geführt und dürfen auch einmal beim Füttern zuschauen.

Erst Ende Mai, wenn die jungen Meisen flügge sind und das Nest verlassen haben werden, wird Harald Weitzel die Anlage wieder abbauen und für einen neuen Einsatz einlagern. „Das nächste Mal dann vielleicht mit einer Farbkamera“, hofft Weitzel.

von Alfons Wieber

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