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Kerzenschein statt Strand-Barbecue

Austauschschüler Kerzenschein statt Strand-Barbecue

Statt am Strand von Melbourne das Weihnachtsfest mit einem Barbecue zu feiern, wählen sieben australische Gastschüler Winterkälte und Schnee. Sie freuen sich mächtig darauf.

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Zusammen mit Schulleiter Hartmut Bosse und Lehrer Bernd Klewitz (unten rechts) präsentieren sich die Austauschschüler und ihre Kirchhainer Gastgeber. Foto: Karin Waldhüter

Kirchhain. Bei 25 bis 30 Grad im Schatten denken wohl wenige Europäer an Weihnachten, es sei denn, man ist gerade in Australien. Fast 20000 Kilometer und 22 Flugstunden von ihrer australischen Heimat entfernt verbringen 7 junge Australier 10 Wochen als Gastschüler an der Alfred-Wegener-Schule und in ihren Gastfamilien in Wohra, Kirchhain, Halsdorf, Rauschenberg und Emsdorf. Bis zum 6. Februar bleiben die australischen Schüler in Deutschland und feiern Weihnachten und Silvester in ihren Gastfamilien. „Ich bin ein bisschen traurig, weil ich an Weihnachten nicht zu Hause sein kann, aber ich freue mich schon darauf, das Fest einmal ganz anders zu erleben“, erzählt die 17-jährige Kaitlin Bingley, die in diesem Jahr schon zum zweiten Mal in Deutschland ist. „Ganz anders“ erleben, das heißt vor allem Schnee, Lebkuchen, Weihnachtskerzen am Tannenbaum, Schlittschuh laufen und Ski fahren, denn das kennen die australischen Schüler nicht. Mit nach Deutschland seien auch ihre Weihnachtsgeschenke geflogen, erzählt Kaitlin. In Australien werden die Geschenke nicht wie bei uns an Heiligabend ausgepackt, sondern erst am Morgen des 25. Dezember. Weihnachtskerzen sind in Australien problematisch, denn durch die Hitze verbiegen sie sich. Gefeiert werde mit einem Barbecue am Strand von Melbourne, berichtet Kaitlin von den Weihnachtsbräuchen Australiens.

Längerer Aufenthalt, besseres Sprachtraining

Seit 1996 besteht an der Alfred-Wegener-Schule der australisch-deutsche Schüleraustausch und ist einer der größten im Landkreis. Initiiert wurde er von Bernd Klewitz, der damals Lehrer in Australien ausbildete, und Celeste Acfield vom Luther College in Melbourne. Seitdem findet ein reger Schüleraustausch statt und 40 Schüler der AWS lernen seither alle zwei Jahre für vier Wochen die Kultur und Sprache in Down Under kennen.

Zum ersten Mal bleiben die Schüler jetzt zehn Wochen in Deutschland und im Gegenzug die deutschen Schüler ebenso lange in Australien. „Vier Wochen reichen nicht aus für ein intensives Sprachtraining, in den zehn Wochen können die Schüler völlig in die deutsche Sprache eintauchen“, verdeutlicht Klewitz, der für die Schüler jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung steht. „Ich freue mich, dass wir damit anfangen, und ich könnte mir vorstellen, das da noch mehr passiert - da ist noch viel Potenzial“, ergänzt Schulleiter Matthias Bosse, der den Austausch besonders unterstützt und der, ebenso wie sein australischer Kollege Michael Kleidon vom Luther College, einen vierwöchigen Austausch begleitet hat. Der zehnwöchige Austausch sei ein Schritt in die Besonderheit. „Denn die sprachliche und soziale Entwicklung ist in dieser Zeit enorm und die Schüler kommen als Erwachsene nach Hause“, so Bosse. Beteiligt an dem Austausch sind fünf Schüler des Luther College und zwei Schüler des Donvale Christian College aus Melbourne. Die Australier erwartet, neben dem Kennenlernen der deutschen Sprache und Kultur, ein Töpfer- und ein Volkstanzkurs, viele Familienunternehmungen im Schnee sowie spezielle Veranstaltungen im Unterricht. „In den Klassen werden die Schüler ,Botschafter der Sprache‘“, erläutert Klewitz.

Als nächster Schritt sei geplant, dass nicht nur Schüler, sondern auch ein bis zwei Lehrer mit nach Australien gehen, um dort zu unterrichten. Lea Böckler (G12) und Tessa Menges (G11b) waren bereits zehn Wochen in Down Under und haben ihre Gastschüler Mikaela Morphett und Ella Duniam schon kennengelernt. „Wir würden es jederzeit wieder machen“, erzählen die beiden.

von Karin Waldhüter

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