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Keine zweite „Sprungschanze“

Brückensanierung Keine zweite „Sprungschanze“

Ortsbeiratssitzungen sind in der Regel öffentlich. Sitzungen unter freiem Himmel sind dagegen die ganz große Ausnahme.

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Lauschiges „Sitzungszimmer“: Der Ortsbeirat Wohra diskutierte an Ort und Stelle über die Umgestaltung der sanierungsbedürftigen Bentreff-Brücke.

Quelle: Matthias Mayer

Wohra. Anlassbezogen hatte Wohras Ortsvorsteherin Hannelore Keding-Groll am Donnerstagabend zu einer solchen Freiluft-Veranstaltung auf die alte Sandsteinbrücke über die Bentreff eingeladen. Die Brücke steht auf der Prioritätenliste zur Abarbeitung von Brückenschäden-Altlasten in Wohratal auf Platz drei. Insgesamt müssen zehn gemeindeeigene Brücken erneuert werden; bei zwei Bauwerken ist das bereits geschehen. Die Sandsteinbrücke über die Bentreff ist das größte und mit der ursprünglichen Kostenschätzung von 176000 Euro laut Bürgermeister Peter Hartmann auch das teuerste Projekt.

Wie ertüchtigt man ein Baudenkmal für die heutigen Verkehrserfordernisse und Sicherheitsbestimmungen bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Auflagen des Denkmalschutzes und der Wünsche der Anwohner, Landwirte und Bürger? Diplom-Ingenieur Dr. Marc Böttcher vom gleichnamigen Wetteraner Planungsbüro nähert sich dieser Fragestellung an diesem regnerischen Abend mit je drei Entwürfen für die Außenansicht und die Fahrbahn/Fußweg-Gestaltung der zweibögigen Brücke. Dazu schickt der Fachmann voraus, dass das Bauwerk höher werden muss. Zur Erhöhung der derzeit auf 6 Tonnen begrenzten Tragkraft der Brücke müsse eine Betondecke eingebaut werden, die die Brücke auf dem Scheitelpunkt um 30 Zentimeter erhöhe.

Die von Ortsbeiräten und Anwohnern mit Blick auf die steilen Auffahrten zur benachbarten Brücke geäußerte Befürchtung, dass dann eine zweite „Sprungschanze“ entstehe, wies Böttcher unter Hinweis auf die Länge des Bauwerks zurück. Auch die nur 70 Zentimeter hohen Brüstungsmauern werden um 30 Zentimeter auf einen Meter erhöht werden.

Intensiv diskutieren die Ortsbeiräte und Bürger über die Fahrbahngestaltung, der nur einspurig befahrbaren Brücke. Am Ende steht ein Kompromiss. Die Fahrbahnbreite schrumpft von jetzt 4,30 auf 3,50 Meter. Dafür gibt es jetzt auf beiden Seiten 15 Zentimeter hohe Bürgersteige. Auf der einen Seite wird der Gehweg einen Meter breit, auf der anderen Seite 72 Zentimeter. Für diese fast mittige Lage der Fahrbahn machen sich die Landwirte stark, die fürchten, bei Bau eines breiteren Bürgersteiges mit ihren seitlich überhängenden Erntewagen an einer Seite an der Brüstungsmauer hängenzubleiben.

von Matthias Mayer

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