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Ostkreis Keine Zugeständnisse in Sachen Anzahl
Landkreis Ostkreis Keine Zugeständnisse in Sachen Anzahl
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15:49 28.04.2017
Auf der „Mardorfer Kuppe“ stehen bisher fünf fertige Windräder.Foto: Tobias Hirsch Quelle: Tobias Hirsch
Mardorf

Informationen zu angedachten Windkraftanlagen auf der Mardorfer Kuppe standen im Mittelpunkt der zweiten Sitzung. Silvan Schumacher von Projektierer Juwi berichtete über mögliche Standorte für weitere Windräder und die Auswirkungen bezüglich Schallausbreitung und Schattenwurf und hielt Karten und Visualisierungen bereit. Er stellte dabei heraus, dass notwendigen Gutachten noch fehlten – die noch Einfluss auf Anzahl und Standorte haben können.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative „Es reicht“ forderten eine Beschränkung auf maximal sechs Windräder – Juwi und die Waldinteressenten planen mit acht Stück (233 Meter hoch und somit 35 Meter größer als die bisher bestehenden Windräder). Zudem wollen die Gegner weiterer Anlagen, dass selbige mindestens 1500 Meter von Siedlungsgrenzen entfernt stehen – gesetzlich vorgeschrieben ist ein Abstand von 1000 Metern. Der Projektierer entgegnete, dass eine freiwillige Vergrößerung des Abstands um 50 Prozent nicht tragbar sei – will jedoch Möglichkeiten prüfen, doch noch etwas weiter von Bebauungen abzurücken.

Die Bürgerinitiative zeigte sich enttäuscht, dass das Unternehmen keine „freiwilligen Zugeständnisse“ zu Anzahl und Abstand machen will. Juwi sagte indes zu, Schallvermessungen vornehmen zu wollen um nachzuweisen, dass die Grenzwerte bisher eingehalten werden. Damit reagiert der Projektierer auf die Kritik von Bewohnern, die die Anlagen als Belästigung empfinden.

Freiwillig Richtung niedrigerer Grenzwert?

In diesem Zusammenhang freut sich Dr. Michael Wormer von der den Runden Tisch moderierenden Ifok GmbH, dass sich Juwi mit einer Bitte der Versammlung auseinandersetzen will. Dabei geht es um die freiwillige Einhaltung des Schallgrenzwertes von 35 Dezibel an Siedlungsgrenzen. Sollte dies erreicht werden, könnten die Stadtverordneten darauf verzichten, Teile Erfurtshausens in ein „reines Wohngebiet“ umzuwandeln – um die Einhaltung des Grenzwertes quasi zu erzwingen. „Sollten wir das ohne eine Änderung des Bebauungsplans erreichen, wäre das ein schöner Erfolg“, kommentiert Wormer.

Fünf Anlagen stehen auf der Mardorfer Kuppe bereits, zwei befinden sich im Bau, die Waldinteressenten und Juwi denken über acht Anlagen nach – und zwei sind auf der benachbarten, ebenfalls zum Vorranggebiet gehörigen Homberger Gemarkung im Gebiet. Die Stadt Homberg – am Runden Tisch vertreten durch Bürgermeisterin Claudia Blum – plant dort nichts, wohl aber Hessen Forst. Daniel Lattka berichtete, dass der Landesbetrieb verpflichtet sei, die politischen Vorgaben zur Energiewende umzusetzen und bestätigte, dass Hessen Forst mit ­Juwi wegen zweier Anlagen im Gespräch sei – aber noch keine konkreten Absprachen bestünden.

Am Runden Tisch kam daraufhin der Vorschlag auf, dass die Stadt Homberg mit Unterstützung der Stadt Amöneburg einen Appell ans Land richtet, auf die zwei Anlagen im Homberger Vorranggebiet zu verzichten.

Ein weiterer Punkt der Sitzung war die Aussprache zu einer Veranstaltung der Bürgerinitiative und der Berichterstattung dieser Zeitung. Dr. Annette Schick behauptete, kein Mitglied der Bürgerinitiative habe gegenüber der Presse behauptet, die Waldinteressenten hätten zwei Rotmilanhorste entfernt. „Es ist im Sinne eines offenen und fairen Umgangs miteinander wichtig, dass eventuelle Vorwürfe nicht aufrechterhalten werden“, sagt Wormer. Diese Zeitung bleibt im Übrigen bei ihrer Darstellung der Geschehnisse während des Waldspaziergangs und distanziert sich auf deutlichste vom Vorwurf, Schärfe in den Konflikt zwischen Waldinteressenten und Bürgerinitiative bringen zu wollen. Die Oberhessische Presse berichtet neutral und nach bestem Wissen und Gewissen.

Die dritte Sitzung des Runden Tischs ist für den 20. Juni geplant. Dann soll das Thema Naturschutz im Mittelpunkt stehen. Eingeladen werden auch die Gutachter, die sich bisher mit Untersuchungen auf der Mardorfer Kuppe beschäftigt haben. Ziel sei es zu zeigen, dass die naturschutzrechtlichen Gutachten weder falsch seien noch aus Gefälligkeit erstellt wurden, erläutert Wormer. Sie sollen dann beispielsweise über ihre Erfahrungen und Qualifikationen sowie Standards und Kriterien der Gutachtenerstellung berichten.

von Florian Lerchbacher

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