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Keine Kehrtwende bei den Austritten

Bischofsbesuch Keine Kehrtwende bei den Austritten

Der Besuch von Bischof Dr. Martin Hein gehörte zu den Höhepunkten der kleinen Veranstaltungsreihe zum 180-jährigen Bestehen der Erksdorfer Kirche.

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Bischof Dr. Martin Hein hielt seinen Vortrag von der Kanzel der Erksdorfer Kirche. Foto: Jonas Hielscher

Erksdorf. Die kleine Kirche in Erksdorf war gut gefüllt. Zahlreiche Gemeindemitglieder und Gäste saßen in den Bänken um den Worten eines einzigen Mannes zu lauschen: denen von Dr. Martin Hein, Bischof der Evangelischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck. Das Blasorchester und der gemischte Chor hatten unterschiedliche Stücke vorbereitet. Heins Rede war eine Kombination aus der Darstellung weltlicher Probleme, sowie der Bedeutung dieser Probleme und Veränderungen der Gesellschaft für alle gläubigen Protestanten. Die Überschrift seines Vortrags lautete ganz einfach: „Kirche auf dem Lande“.

Die Evangelische Landeskirche Kurhessen-Waldeck bestehe zu einem Großteil, aus Gemeinden mit ländlicher Umgebung, leitete Hein seine Rede ein. Deshalb lohne es sich auf die Probleme, aber auch auf die Möglichkeiten, einer solchen Infrastruktur und Gesellschaft zu schauen. Es sei weithin bekannt, dass es junge Menschen in die Metropolen ziehe und diese Menschen somit auf dem Land fehlten. Diese Abwesenheit von engagiertem Nachwuchs bekämen insbesondere auch christliche Gemeinschaften zu spüren. Die Kirche von Kurhessen-Waldeck sei zwar, wenn es um Austrittszahlen gehe, im Vergleich mit allen anderen evangelischen Kirchen im Bundesgebiet, gut aufgestellt. Dennoch kämen auf zwei Austritte, lediglich ein Eintritt. „Eine Kehrtwende ist leider überhaupt nicht zu erkennen“, erklärt der Bischof weiter.

An jungen Leuten fehle es zwar, doch die älteren Generationen seien gut vertreten. „Wir leben in einer silbernen Kirche“, sagte der Bischof, der damit auf einen seiner Bischofsberichte des Jahres 2012 verweist. Auch an diesem Abend sind in der Erksdorfer Kirche keine Kinder und Jugendlichen der Gemeinde zu sehen. Die Existenz eines Blasorchesters ist für Hein jedoch ein positives Beispiel für das gemeinsame Engagement aller Generationen.

Großes Interesse an Kursen für Prädikanten

Auch an anderer Stelle kann der Bischof von schöneren Seiten der evangelischen Kirchengemeinschaft erzählen und nennt dabei einige Fakten: „Im Jahr 2011 haben wir in der Landeskirche Kurhessen-Waldeck 51.000 Gottesdienste abgehalten. Gut ein Drittel wurde von Prädikanten und Lektoren geleitet.“ Die Kurse zur Ausbildung dieser Prädikanten und Lektoren seien permanent überfüllt. Erstaunlich sei auch, dass an mancher Stelle die Gottesdienste der Hilfsprediger, besser besucht seien als die der Pfarrer aus den jeweiligen Gemeinden. Bei diesem Satz konnte er sich ein Schmunzeln wohl nicht verkneifen und auch die anwesenden Gäste mussten lachen.

Im Anschluss an diesen Vortrag bestand die Möglichkeit, dem Bischof Fragen zu stellen. Pfarrer Helmut Golin würdigte den besonderen Besuch in Erksdorf und den Einsatz des Blasorchesters wie auch des Chores.

n Als nächste Veranstaltung findet am Sonntag, 28. Oktober, ein Konzertgottesdienst ab 18 Uhr statt. Ihn hält Pfarrerin Berit Hartmann.

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