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Ostkreis Keine Chance für Hochwasserschutz
Landkreis Ostkreis Keine Chance für Hochwasserschutz
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20:25 25.06.2013
Großseelheim

Im Mai hatten Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) und das Regierungspräsidium Gießen das Aus für das über Jahre verfolgte Hochwasserschutz-Projekt für Großseelheim verkündet (die OP berichtete). Am Montagabend befassten sich der Ausschuss für Umwelt und Soziales und der Bauausschuss mit der Thematik und kamen zu klaren Voten: Die Stadt Kirchhain wird die Planungen demnach nicht weiterverfolgen und keinen Versuch unternehmen, eine Alternativplanung zu entwickeln. Beide Ausschüsse stimmten den entsprechenden Anträgen des Magistrats ohne Gegenstimmen zu.

Auf eine neue Planung wird die Stadt auch aus finanziellen Gründen verzichten. Anders, als bei dem nun beerdigten Projekt , gäbe es wohl keinerlei Zuschüsse mehr vom Land. Dies habe das Regierungspräsidium Gießen bereits mitgeteilt, erläuterte Kirchhains Erster Stadtrat Dietmar Menz (CDU) während der Ausschuss-Sitzung.

Der ursprüngliche Hochwasserschutz-Plan war an Widerständen von Anliegern gescheitert. Vorgesehen war, dass der Bauerbach oberhalb und - wo möglich - auch innerhalb der Ortslage renaturiert werden sollte. Dem Bach sollten neue, natürliche Ausuferungsflächen (Retentionsräume) gegeben werden. Doch bei einer Anliegerversammlung zeigte sich deutlicher Widerstand gegen diese Planungen. Für das Projekt waren insgesamt rund 600000 Euro vorgesehen. Bisher hat die Stadt Kirchhain bereits 47000 Euro für Planungskosten „in den Sand gesetzt“.

Kita „Das Nest“ bekommt Geld für Umbauten zurück

Notgedrungen könnten die Bauarbeiten an der Kleinseelheimer Kindertagesstätte „Das Nest“ vom Aus des Großseelheimer Hochwasserschutz-Projektes profitieren. Denn die Stadt will einen Betrag von 63000 Euro, der aktuell für den Hochwasserschutz vorgesehen war, umwidmen. Damit könnte ein Teil des Geldes, dass die Stadt der Kindertagesstätte weggenommen hatte, doch noch fließen. Zur Finanzierung der Mehrkosten bei der Sanierung des Kirchhainer Bürgerhauses hatte die Stadt nach heftiger Diskussion einen Betrag von rund 95000 Euro zu Lasten der Kita-Baustelle umgeschichtet, seinerzeit gegen die Stimmen von SPD und Die Linke.

Eine Entscheidung über die neuerliche Umverteilung von Geldern wird in der Stadtparlaments-Sitzung am 1. Juli fallen. Dort wird dann auch endgültig über das Aus für das Hochwasserschutz-Projekt in Großseelheim fallen.

Aufschluss darüber, wie es in Großseelheim weitergehen könnte, dürfte eine vom Regierungspräsidium angestoßene neuerliche Gewässerbegehung bringen. Sie ist für September oder Oktober vorgesehen. Dabei dürfte es dann auch um die verschiedenen Gewässer-Verengungen gehen, die in den Bauerbach hineingebaut wurden. Kritik kam am Montagabend daran auf, dass der Ortsbeirat Großseelheim nicht vorab über die Vorlage der Verwaltung informiert wurde.

Einen drastischen Schlusssatz zum gescheiterten Großseelheimer Hochwasserschutz-Projekt formulierte der Stadtverordnete Hartmut Pfeiffer (CDU): „Wenn sie nasse Füße bekommen, sollen sie sich nicht bei uns beschweren.“

von Michael Rinde

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