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Ostkreis "Keine Abenteuerkasper, die bespaßen"
Landkreis Ostkreis "Keine Abenteuerkasper, die bespaßen"
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15:15 24.05.2012
Eine Floßfahrt durch Mecklenburg-Vorpommern stieß bei Jugendlichen auf Neustadt auf sehr gute Resonanz.Archivfoto
Amöneburg

„Wir sind keine Abenteuerkasper, die Jugendliche bespaßen und eine Aktion nach der anderen anbieten“, betonte Karl Nickel, während er den Mitgliedern des Kinder- und Jugendbeirates Amöneburg das Konzept des gemeinnützigen Vereins zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit Marburg (bsj) vorstellte.

Schwerpunkte sollen auf „erfahrungsorientiertem Lernen, außerschulischer Jugendbildung und Präventionsorientierung“ liegen. Der Jugendpfleger wäre „keiner, der sich zu Euch setzt und Euch beschäftigt“, betonte Nickel. Viel eher solle er Ideen geben oder Vorschläge für außergewöhnliche Aktionen machen. In Bad Endbach, Lohra und Neustadt ist der Verein bereits für die Jugendarbeit verantwortlich, am 1. Juni kommt auch noch Gladenbach dazu. In jüngerer Vergangenheit habe der Verein zum Beispiel den Besuch eines Bushido-Konzertes und der Break-Dance-Weltmeisterschaft oder eines Bundesliga-Spiels organisiert: „Wir wollen, dass Ihr Anderes, Neues erleben könnt -und Eure Eltern dennoch wissen, dass ich gut aufgehoben seit“, erklärte Nickel und hob hervor, dass zudem auch die Bildungsarbeit wichtig sei: „Bildungsarbeit, die Spaß macht, die nicht verkopft ist, die Aufforderungscharakter hat“, spezifizierte er und sprach von Kletterkursen, Mountainbiken, Parcours- oder Fotoworkshops oder gemeinsamem Geocaching - woraufhin Dominik Dörr vom Jugendraum Mardorf ein „cool“ entfuhr. Ein Graffiti-Workshop sei auch im Angebot - dazu gehöre aber auch, dass die Teilnehmer über rechtliche Konsequenzen der unerlaubten Malerei aufgeklärt werden und sich verpflichteten, sich nur auf freigegebenen Flächen künstlerisch zu betätigen. Dann präsentierte Nickel noch das Programm für die Ferienspiele der Hinterland-Kommunen, das unter anderem Tennis, Kartfahren, eine Nachtrallye oder den Bau eines Floßes beinhaltet, und auch bei den Mitgliedern des Beirats auf gute Resonanz stieß.

Der Verein gehe natürlich auf die Wünsche und Anliegen der Jugendlichen ein, betonte der Diplom-Pädagoge, und ergänzte, ein Jugendpfleger sei auch ein guter Ansprechpartner bei Problemen oder Sorgen. Gleichzeitig solle der Verein die Zusammenarbeit fördern - die Ferienspiele beispielsweise wolle er nicht an sich reißen sondern die Ehrenamtler aus Vereinen unterstützen. Eine Förderung der Jugendlichen, die Angebote für Kinder initiieren wollen - wie einige Mardorfer und Erfurtshäuser - sei bei ihren Projekten natürlich auch selbstverständlich.

„Was bringt uns eine Investition in die Jugendarbeit?“, fragte Winfried Kaul (SPD), als er von den 35000 Euro erfuhr, die die Stadt jährlich zahlen müsste (für 20 Wochenstunden). „Eine Investition in die Jugend ist eine Investition in die Zukunft“, entgegnete Nickel.

Sarah Braun vom Jugendbeirat fand das Konzept interessant: „Es gibt in Amöneburg ja auch nicht so viele Angebote für Kinder und Jugendliche.“ Daniel Gerlich vom Jugendraum Erfurtshausen hielt sich indes etwas zurück: „Als Begleitung oder Ansprechpartner wäre eine Jugendpfleger wohl hilfreich.“ Die Dorfjugend plane allerdings, wieder eine Kindergruppe einzurichten und veranstalte zudem ein Pizzafest und eine Dorfrallye: „Das schweißt zusammen.“ Er sei gegenüber der Idee aber „nicht abgeneigt“.

Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg will den bsj indes unbedingt verpflichten. Das Konzept überzeuge ihn voll, zudem halte er die Jugendarbeit für eine wichtige Pflichtaufgabe der Gemeinde. Er werde einen entsprechenden Antrag in jedem Fall für die Stadtverordnetenversammlung formulieren.

von Florian Lerchbacher

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