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Ostkreis Kaum eine Reaktion auf Mitgliederschwund
Landkreis Ostkreis Kaum eine Reaktion auf Mitgliederschwund
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06:16 17.03.2012
Vorstand und Geehrte (von links): Ernst Stumpf, Kurt-Wilhelm Nau, Werner Linker, Philipp Imhof, Heike Ruthmann, Werner Metke. Quelle: Kai Erdel
Wohratal

Wohratal. Im Rauschenberger Haus der Begegnung trafen sich die Delegierten der Mitgliedsvereine des Sängerkeises Wohratal zur Delegiertenversammlung. Nach der musikalischen Begrüßung durch den gastgebenden Verein, dem Kirchen- und Frauenchor Rauschenberg, eröffnete der Vorsitzende Kurt-Wilhelm Nau die Versammlung.

Dem folgte die Ehrung des Rauchenberger Chorleiters Philip Imhof und des Mitglieds des Sängerkreisvorstandes, Ernst Stumpf, mit dem Sonderzeichen in Gold, verbunden mit einer Ehrenurkunde. "In meiner bisher 18-jährigen Amtszeit als Sängerkreisvorsitzender wurde diese Ehrung nur siebenmal verliehen", so Nau zur Verdeutlichung des Stellenwerts der Auszeichnung. Nicht viel Erfreuliches hatte Nau den Delegierten in seinem Bericht mitzuteilen. Das Seminar für Chorleiter und Sänger war mit 50 Teilnehmern ein Erfolg, doch waren hier kaum Chorleiter zugegen.

Mit dem MGV Emsdorf und dem GV Rosenthal haben den Sängerkreis zwei mitgliederstarke Vereine verlassen, um sich anderen Sängerkreisen anzuschließen. Weiterhin haben der MGV Rauschenberg und der GV Deutsche Eiche Josbach ihre Aktivitäten im Sängerkreis eingestellt und werden nur noch verwaltungsmäßig geführt.

Somit verbleiben zwölf aktive Mitgliedsvereine. 222 fördernde Mitglieder und 142 singende Mitglieder hat der Sängerkreis also innerhalb eines Jahres verloren. Demnach sind nur noch 455 singende und 575 fördernde Mitglieder im Sängerkreis aktiv.

Angesichts dieser Zahlen gerieten die Delegierten keineswegs in Panik. Vielmehr schienen diese in Lethargie zu verharren. Auch die Erläuterungen von Nau, dass er Gespräche mit den Vorsitzenden der anderen sechs Sängerkreise im Landkreis geführt habe, in deren Rahmen man den Zusammenschluss zu einem einzigen Sängerkreis im Landkreis angedacht habe, wurde unkommentiert aufgenommen.

Dass dadurch alteingesessene Mitgliedsvereine wie Schiffelbach und Moischeid nicht mehr dabei wären und die meisten anwesenden Vereine somit Randgebiet eines großen Sängerkreises wären, schien niemanden wirklich zu stören. Einzig bei der Gründung eines Gremiums zur Ausarbeitung einer neuen Satzung kam - vornehmlich vom Langendörfer Heinrich Hartmann - Kritik an der vorgegebenen Besetzung auf. Obwohl diese Kritik von weiteren Delegierten geteilt wurde, setzte der Vorstand des Sängerkreises die Satzungspläne wie vorgesehen um: In einem Arbeitskreis wird bis zur nächsten Delegiertenversammlung eine neue Satzung ausgearbeitet. Gegen Ende der Versammlung erfolgte die Vorstandswahlen. Dabei wurden für mehrere Posten keine Kandidaten gefunden. Die Ämter des 2. Schriftführers, des Pressewarts und des Kinder- und Jugendreferenten bleiben somit unbesetzt. Obwohl der massive Mitgliederschwund offensichtlich ist und die Delegierten auch Kritik an der internen Kommunikation übten, erfolgte keine Abrechnung mit dem Vorstand. Mit dem mehr als hundert Jahre alten Hessenlied "Ich kenne ein Land" beschlossen die Delegierten ihre Versammlung, an deren Ende sich der unbeteiligte Beobachter fragte, ob überhaupt noch einer der Delegierten an die Zukunft des Sängerkreises glaubt.

von Kai Erdel