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Katastrophen-Szenario fordert Retter

Feuerwehr-Großübung Katastrophen-Szenario fordert Retter

„Wo brennt es denn? Was ist denn passiert?“ Diese Fragen waren am Dienstagabend in Kirchhain an jeder Straßenecke zu hören. Die durch die Stadt brausenden Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge hatten viele Kirchhainer aufgeschreckt.

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Kirchhainer Feuerwehrleute bauen die Wasserversorgung für den Löschangriff auf. Sechs Minuten nach der Alarmierung war die Mannschaft am „Unglücksort“ eingetroffen.

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. Glücklicherweise ist es nur die große Alarmübung, wie es sie etwa alle zwei Jahre in Kirchhain gibt. Kirchhains Wehrführer Michael Pelda hat die Übung vorbereitet und das Szenario erdacht.

„Verpuffung in einer Industriebrache“ (Zeppernicksche Fabrik) lautet die erste Alarmmeldung, die Punkt 18 Uhr abgesetzt wird. Laut Szenario ist die Industriebrache beliebter Treffpunkt für Jugendliche. Zudem nutzen Schausteller das Areal als Lagerplatz. Deshalb werden gleich alle drei Züge der Kernstadt-Wehr mit 70 Feuerwehrleuten alarmiert.

Um 18.06 Uhr treffen als Erste die Mannschaften des Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuges und der Drehleiter am Unglücksort ein – also innerhalb der Hilfsfrist. Aus dem Gebäude dringt dichter Rauch.

Die Löschwasserversorgung wird aufgebaut, die Drehleiter in Stellung gebracht. Zwei Wehrmänner durchtrennen mit Bolzenschneidern den Stacheldraht, mit dem das Gelände eingezäunt ist. Das Stahltor hält dagegen den schweren Axthieben stand. In voller Montur überspringen die Wehrmänner das Tor und dringen zum Gebäude vor. Dort steht ein Passant, der die Jugendlichen lautstark zum Runterspringen auffordert. Die Feuerwehrleute führen den Mann weg und bringen ein Sprungkissen in Position.

Atemschutzgeräteträger dringen in das Gebäude ein, finden dort einen mit Gefahrstoffen beladenen Lkw, von dem die Verpuffung ausgegangen ist. Eine giftige Flüssigkeit ist ausgetreten. Im Erdgeschoss liegen Verletzte, die zum Teil bewusstlos sind.

Während die Feuerwehr die ersten mit Rettungshauben geschützten Jugendlichen ins Freie führt, trifft das DRK ein, richtet in Minutenschnelle einen Verbandsplatz ein, versorgt und registriert die Verletzten. Das Zusammenspiel der mehr als 100 Einsatzkräfte klappt während des 90-minütigen Einsatzes unter den Blicken der Schiedsrichter reibungslos, ein Umstand den Kirchhains Feuerwehrsprecher Gordon Schneider auch den regelmäßigen gemeinsamen Übungen zuschreibt.

von Matthias Mayer

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