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Kandidat will vor allem Zeichen setzen

Bürgermeisterwahl in Wohratal Kandidat will vor allem Zeichen setzen

Bürgermeisterkandidat Edgar Kren aus Halsdorf sieht sich als Außenseiter, betont aber ausdrücklich, dass er kein "Spaßkandidat" bei der anstehenden Wahl sein will.

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Edgar Kren steht an der Treppe, die zu seiner früheren Schule, der Mittelpunktschule heraufführt. Der fanatische Eintrachtanhänger trägt ein Fan-T-Shirt mit der Aufschrift „Hooligan“ und „veni, vidi, vici (ich kam, sah, siegte)“. Foto: Michael Rinde

Wohratal. „Ich habe das Gefühl, dass Jugendliche in Wohratal nicht genug ernstgenommen werden“, meint Edgar Kren. Vor etwa einem Jahr dachte der 28 Jahre alten Halsdorfer Edgar Kren darum zum ersten Mal der erste Gedanke an eine Kandidatur bei der Bürgermeisterwahl. Bei ihm war der Eindruck entstanden, dass in Wohratal mehr für Jugendliche getan werden müsse. Bisher hat der gelernte Werkzeugmacher keinerlei politische Erfahrung, was für ihn aber keinen Hinderungsgrund für seine Kandidatur bedeutet. Für ihn sei es wichtig, auch ein Zeichen gegen Politikverdrossenheit zu setzen, erläutert er im Gespräch mit dieser Zeitung. Er sei bereits von einigen Wohratalern wegen seiner Kandidatur kritisiert worden. Doch auch das berührt ihn nicht. Er habe eben auch viele positive Rückmeldungen bekommen. Mit sachlicher Kritik könne er sich auseinandersetzen. „Doch ich kann es nicht leiden, wenn mir jemand, der möglicherweise auch noch im Gemeindeparlament sitzt, sagt, das verstehst Du doch sowieso nicht“, schränkt er ein. Und noch ein Ärgernis aus seiner Sicht hat ihn dazu animiert, sich für das Amt des Verwaltungschefs der kleinsten Gemeinde im Kreis zu bewerben: Ihn persönlich ärgern die Standorte für Blitzer in manchen Straßen, wie zum Beispiel auch im Heckenweg in Halsdorf, in dem er wohnt. Sie sollten besser an Standorten wie vor Kindergärten stehen. „Ansonsten ist das für mich schnell Bürgerabzocke“, meint Kren.

Doch wie will er, wenn er am 7. Oktober gewählt werden sollte, Wohratals schwierige finanzielle Situation bessern? „Ich sehe keine Chance, wie so eine kleine Gemeinde den Schuldenberg abbauen soll“, meint Kren. Ohne gegen Gesetze und Vorschriften zu verstoßen, die manche Investitionen vorschreibe, könne Wohratal nicht wirklich Geld sparen. Leichtgemacht habe er sich die Entscheidung für die Kandidatur nicht, räumt Edgar Kren ein. Inzwischen hat er seine Unterlagen samt der notwendigen Unterstützungsunterschriften abgegeben. Formell entscheidet nun der Wahlausschuss der Gemeinde am 10. August über seine und die Kandidatur von Amtsinhaber Peter Hartmann. Beide haben eines gemeinsam: Sie treten als parteilose Bewerber an. „Ich bin politisch interessiert, aber ich habe keine Partei gefunden, bei der ich mich wiederfinde“, erläutert Kren.

An der Wohnungstür im Heckenweg weist eine Fahne von Bundesligist Eintracht Frankfurt auf Edgar Krens große Leidenschaft hin. Dem Fußball gilt seine ganze Liebe, er spielt auch beim TSV Wohratal, ist jeden Sonntag zumindest Zuschauer auf dem Sportplatz. Die Eintracht geht ihm über alles.

Wer sich über Edgar Kren auf seiner Facebook-Seite ein Bild macht, merkt das auch. Dort wählt er auch schon mal drastische Worte. Dazu steht er auch. „14 Jahre Dauerkarte Eintracht Frankfurt gehen an keinem vorüber“, sagt er dazu. Beim Fototermin mit der OP hat er ein T-Shirt gewählt, das Aufmerksamkeit erregt und das auch in der Hooligan-Szene bekannt ist. „Hooligan“ ist dort unter anderem auch zu lesen. Es sei ein T-Shirt, das in Fanshops verkauft werde, sagt Kren dazu.

Er höre gerne härtere Rockmusik und Popsounds aus dem Radio, sagt Kren. Beim sozialen Netzwerk Facebook gibt Kren an, dass er gerne die Band „Frei.Wild“ hört. Diese Band galt in der Vergangenheit als rechtsgerichtet. „Ja, sie ist umstritten“, weiß auch Kren. Eine rechte Gesinnung, über die spekuliert werden könnte, weist er auf Nachfrage der OP aber weit von sich.

Er ist auch im Ort ein Vereinsmensch, engagiert sich seit vielen Jahren in der Burschenschaft Halsdorf. „Für die Organisation der Kirmes gehen jedes Jahr drei Wochen Sommerurlaub drauf“, sagt er dazu - und verweist wiederum darauf, wie sehr sich die Jugendlichen auch dort engagierten. Außerdem gehört Edgar Kren der freiwilligen Feuerwehr und dem DV Kastebier an. Einen amerikanisierten Wahlkampf lehnt er ab, will auch auf Plakate und Informationsmaterial verzichten. Kren will lieber von Haus zu Haus gehen. „Ich möchte mit Argumenten überzeugen“, betont er.

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