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Ostkreis Junger Verein hat bereits vielen geholfen
Landkreis Ostkreis Junger Verein hat bereits vielen geholfen
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18:43 28.08.2017
Friedrich Bohl (links) hielt die Festrede. Der Unternehmer Wolf Hoppe übergab eine Spende an Oberstleutnant Frank Hille, den Vereinsvorsitzenden. Fotos: Heinz-Dieter Henkel
Stadtallendorf

Rund 80 Besucher, mehrheitlich Mitglieder, waren zu einer kleinen ­Feier des Förderverein Stab Division Schnelle Kräfte in das Offiziers­heim gekommen. „Erst fünf ­Jahre alt, aber bereits viel Gutes ­getan“, so ließe sich die Bilanz des Fördervereins zusammenfassen. Alleine im vergangenen Jahr habe man mit respektablen 24000 Euro helfen können, ­berichtete der Vorsitzende des eingetragenen Stadtallendorfer Vereins, Oberstleutnant Frank Hille, bei seinem Rückblick.

Obwohl mit dem Bundeswehrsozialwerk und dem Soldatenhilfswerk sich zwei Einrichtungen um die Belange in Not geratener Soldaten oder Ehemaligen kümmern sollten, haben der Tod des im Jahr 2011 in Afghanistan gefallenen Hauptmanns Markus Matthes und seine daraufhin in Not geratene Familie den Ausschlag zur Gründung des Fördervereins gegeben. Zu den Gründern zählte unter ­anderen der damalige stellver­tretende Divisionskommandeur Brigadegeneral Volker Bescht.

Seitdem sei viel geschehen. Hille berichtete über die Auseinandersetzungen mit dem Finanzamt, um als gemeinnütziger Verein anerkannt zu werden. Eine schwierige Sache, da es für einen solchen Verein noch keine vergleichbare Vorlage gab. Erfreulicher waren die Vereinsgründung und das Einwerben der ersten Spenden. „Wir werden auch deswegen berücksichtigt, weil wir vor Ort sind und unbürokratisch helfen“, ­freute sich Hille über die Spendenbereitschaft der Bevölkerung.

Der Förderverein hilft schnell und unbürokratisch bei in Not geratenen Soldaten, Ehemaligen und deren Familien. Er hilft und begleitet Ehemalige und deren Familien, die ihren Dienst nicht unbeschadet überstanden haben und eine ­Nachsorge brauchen. Er unterstützt Vorhaben, die dem Andenken an einen gefallenen Soldaten dienen. Und er berichtet und ­informiert über seine Tätigkeiten.

Mittlerweile 238 Mitglieder im Verein

Auch die Aktion Gelbe Schleifen, als Zeichen der Solidarität mit den Soldaten der Bundeswehr, gilt als ein großer Erfolg. Der Ursprung der Schleifen und ihre Bedeutung als Solidaritätszeichen liegt in den USA.

Zuletzt würdigte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen beim Truppenbesuch in Stadtallendorf diese Initiative. 22 Kommunen, darunter der Landkreis, führen die ­Schleife als Solidaritätszeichen. Inzwischen gibt es erste Unternehmen, die gelbe Schleifen an ihrem Portal angebracht haben.

Die Mitgliederzahl des Vereins ist inzwischen auf 238 ­angestiegen. Eine weitere Erfolgsgeschichte.

Hauptredner der Abendveranstaltung war der ehemalige Kanzleramtsminister Friedrich Bohl. Er erinnerte an die jüngere deutsche Geschichte und die gelungene Integration der Nationalen Volksarmee der DDR 1990 in die Bundeswehr. Der erste Auslandseinsatz einer damals noch deutlich umfangreicheren Armee mit Pflichtwehrdienst sei die deutsche Besatzung in AWACS-Aufklärungsflugzeugen im Jugoslawienkrieg 1984 gewesen, berichtete Bohl. Das Verfassungsgericht habe einen Bundestagsbeschluss für den Einsatz gefordert, den die Regierung Kohl dann nachgereicht habe.

Große Sorge über Krieg in der Ukraine

Nach dem Fall der Mauer ­habe man sich einer Zeit der Entspannung und Abrüstung erfreut.

In Zeiten des Terrorismus und unberechenbarer Regime sieht er Europa vor einer sicherheitspolitischen Zeitenwende. „Heute hängt alles auf der Welt mit allem zusammen“, so Bohl wörtlich. So sei auch der Schauplatz Afghanistan für Europa von großer Bedeutung. Die meisten Sorgen mache er sich jedoch über den Krieg in der Ukraine.

Ein weiterer Redner des Abends war auch Divisionskommandeur Generalmajor Andreas Marlow. Der Unternehmer Wolf Hoppe unterstützt den ­Verein seit seiner Gründung. Hoppe übergab einen Scheck in Höhe von 3000 Euro für den Förderverein.

Der Festakt wurde umrahmt von dem Trio „Frankfurt Hotel“, in dem Moderator und stellvertretender Vorsitzender Marcello Camerin für den erkrankten Schlagzeuger mitspielte.

von Heinz-Dieter Henkel