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Ostkreis Junge Männer rufen rechte Parolen
Landkreis Ostkreis Junge Männer rufen rechte Parolen
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17:50 14.04.2014
Wohratal

Am vergangenen Freitag riefen vier bis fünf Jugendliche gleich zweimal rechtsradikale Parolen. Nach Angaben von Zeugen erfolgten die Rufe um 22.25 und 23.40 Uhr im Gendalweg. Nach dem zweiten Vorfall traf ein Zeuge in Höhe der Wohra auf die Gruppe, die sich anschließend in Richtung der Straße Am Hasenleister entfernte. Eine genauere Beschreibung der Täter gibt es nicht. Noch in der Nacht zum Samstag gab es laut Polizeisprecher Jürgen Schlick eine intensive Fahndung und Zeugenbefragungen. Gestern führte die Abteilung Staatsschutz der Kriminalpolizei Marburg die Ermittlungen vor Ort fort. Konkrete Ergebnisse gab es gestern noch nicht.

Der Staatsschutz ermittelt wegen „des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.“ Zumeist fallen unter diesen Straftatbestand Schmiereien und andere Sachbeschädigungen. „Verfahren wegen Rufen von rechten Parolen sind eher die Ausnahme“, sagt Polizeisprecher Schlick. Die Polizei nehme solche Vorfälle generell sehr ernst und hoffe jetzt darauf, dass sich weitere Zeugen meldeten. Bürgermeister Peter Hartmann reagierte gestern entsetzt auf das Ereignis, dass naturgemäß schnell wenn auch in unzutreffender Weise wieder an den Vorfall im Januar am Asylbewerberheim erinnerte. „So etwas konterkariert leider alles, was sich in unserer Gemeinde im Sinne von Offenheit und guter Integration tut“, ärgerte sich Hartmann. Es sei erschreckend, dass es trotzdem Menschen gebe, denen die sittliche Reife zu fehlen scheine. „Ich hoffe wieder auf einen schnellen Fahndungserfolg. Wehret den Anfängen“, fügte Hartmann hinzu. Bei dem Vorfall, der Wohratal im Januar überregional in die Schlagzeilen brachte, handelt es sich um den Angriff auf das Gebäude des Asylbewerberheimes in Wohra vom 13. Januar. Vier Männer im Alter zwischen 19 und 20 Jahren aus Wohratal und Kirchhain hatten dort massiv randaliert. Nachdem sie der Staatsschutz ermittelt hatte, legten sie Geständnisse ab.

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage vor dem Jugendgeschöffengericht Marburg erhoben und zwar wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch. Den Vorwurf des Landfriedensbruches hat die Ermittlungsbehörde nicht aufrechterhalten. Hinweise auf eine politisch motivierte Tat hätten sich nicht gefunden, erläuterte gestern Annemarie Petri, Sprecherin der Marburger Staatsanwaltschaft.

Die Anklage geht davon aus, dass die Idee, das Gebäude des Asylbewerberheimes zu attackieren, nach einer spontanen Geburtstagsfeier entstanden ist. Die Männer zogen zu dem Asylbewerberheim und verbreiteten Angst und Schrecken unter den seinerzeit 50 Bewohnern. Jalousien wurden beschädigt, die Haustür sowie neun Türen im Inneren des Gebäudes eingetreten. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage allein von einem materiellen Schaden von rund 10000 Euro aus. Es ist nun Sache des Gerichts, die Anklageschrift zuzulassen und einen Verhandlungstermin anzuberaumen.

Gegen einen der vier Männer läuft weiterhin ein separates Ermittlungsverfahren der Polizei. Er soll im November vergangenen Jahres dabei gewesen sein, als vor dem Asylbewerberheim aus einem Auto rechte Parolen gerufen worden sein sollen. „Diese Ermittlungen sind aber noch nicht abgeschlossen“, erklärt Annemarie Petri.

Nach dem Angriff auf das Asylbewerberheim hatte es in Wohratal eine Solidaritätswelle gegeben. Aus ihr heraus entstand der „Runde Tisch“, der zahlreiche Angebote und Initiativen entwickelt hat, um die Situation der Asylbewerber zu verbessern (die OP berichtete mehrfach).

Hinweise zu dem Vorfall von Freitagabend bitte an den Staatsschutz, Telefon 06421/406.

von Michael Rinde

Was Bürgermeister Somogyi aktuell noch nicht gegeben zu sein scheint, ist laut Thomas Peters schon vorhanden: ein sicheres Fundament für die Nutzung der Herrenwaldkirche.

14.04.2014
Ostkreis Ortsdiener Karl - Liebe Leute,

musste gestern einiges ertragen. "Schluck", wie es in der Comicsprache gerne mal heißt. Bekam so manches von Fußballexperten zu hören.

14.04.2014

Der Überfall auf das Asylbewerberheim in Wohratal im Januar sollte eine traurige Ausnahme bleiben. Am Freitagabend kam es jedoch erneut zu einem Zwischenfall. Gleich zweimal skandierten Unbekannte im Gendalweg rechtsradikale Parolen.

14.04.2014
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