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Jung und Alt sammeln Kleidung für Bedürftige

Spendenaktion Jung und Alt sammeln Kleidung für Bedürftige

In 21 Orten im Ostkreis waren die ehrenamtlichen Helfer der Kolpingfamilien unterwegs, um Alt­kleider für die "Aktion Brasilien" zu sammeln.

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Gut gelaunt zogen in Niederklein die Kolpingbrüder in drei Gruppen durch den Ort. In Mardorf unterstützte die Burschen- und Mädchenschaft Mardorfer Esel die Kolpingfamilie.Fotos: Böttcher, privat

Ostkreis. Es ist 8.30 Uhr, die Sonne hat sich verkrümelt und aus dem wolkenverhangenen Himmel fallen die ersten Tropfen - das typische Aprilwetter. Auf dem Hof von Robert Gruß im Homberger Weg in Niederklein steht ein großer Traktor mit Anhänger bereit, zwölf Kolpingbrüder haben eine Warnweste angezogen und machen sich gleich auf den Weg, alte Kleider einzusammeln.

Schnell bilden die Kolpingbrüder drei Teams und teilen den Ort in drei Bereiche auf, dann machen sie sich auf den Weg. An den Straßenrändern stehen gut sichtbar Säcke, die Bürger mit ihren alten Kleidungsstücken gefüllt und so platziert haben, dass sie schnell eingesammelt werden können.

Die Bürger wissen schließlich, was sie zu tun haben, denn die Sammelaktion gibt es schon jahrzehntelang - die Niederkleiner beteiligen sich wie viele andere Orte im Ostkreis schon seit mehr als 30 Jahren. „Die Niederkleiner haben schon immer gut mitgemacht“, erzählt Theo Groll. Rentner hätten im Vorfeld die Säcke an die Haushalte verteilt. Aber nicht nur ältere Kolpingbrüder sind dabei, sondern auch Thomas Schleich, der sagt: „Ich finde die Aktion sinnvoll. Wir machen das für die armen Leute in Brasilien.“ Christoph Grimmel ergänzt stolz: „Ich bin ungefähr zehn Jahre dabei und gehe wie immer auf den Anhänger.“

Jung und Alt, der Älteste ist der 77-jährige Reinhard Botthof, arbeiten Hand in Hand und lassen sich auch durch den Regen die gute Laune nicht verderben.

Ein kleines Problem gibt es später noch bei der Abgabe der eingesammelten Säcke: Der Lastwagen steht nicht wie abgesprochen auf dem Festplatz am Kirchhainer Weg in der Kernstadt, wo sich einige mit Säcken voll beladene Gespanne sammeln. Anscheinend hatte der Fahrer einige Probleme, Stadtallendorf zu finden, analysieren die Kolpingbrüder und fahren zur Sammelstelle nach Kirchhain, um die Säcke dort auf einen Lastwagen zu verladen.

Die Niederkleiner nehmen es mit Humor und lassen sich auch von ihrer regennassen Kleidung nicht vom gemeinsamen Frühstück in der Krone abhalten. Dort berichtet Groll, was mit den prall gefüllten Säcken der Kleider- und Schuhsammlung des Kolpingwerk-Bezirksverbandes Oberhessen weiter passiert. „Sie werden nach Salzgitter in ein Sortierwerk transportiert. Unbrauchbares landet dort im Reißwolf, der Rest wird in den Kolping-Kleiderstuben verkauft. Der Erlös fließt in die Kolpingentwicklungshilfe für Brasilien: Dort kommt das Geld bedürftigen Menschen zugute, die ärmlich am Rande der Großstädte leben.“

von Klaus Böttcher

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