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Jung, schrill und mächtig stolz darauf

Flohmarkt und mehr Jung, schrill und mächtig stolz darauf

Der Flohmarkt im Bürgerpark wird immer beliebter: Am Samstag hatte er eine Rekordbeteiligung von fast 300 Anbietern. Eine weitere Attraktion waren einige seltsam gekleidete junge Menschen.

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Star-Wars-Figur Darth Vader (links) stammt zwar nicht aus Manga-Comics, war aber während des Neustädter Rekordflohmarktes trotzdem unter den Ehrengästen, einigen Cosplayern, zu finden.Fotos: Klaus Böttcher

Neustadt. „Ich wollte eine Hängeschaukel kaufen, aber die war gerade weg“, bedauert die 12-jährige Luisa Wenz aus Fronhausen, während sie sich ihre Pommes mit Ketchup schmecken lässt. Ihre Cousine, die achtjährige Lara Gemmecker aus Erksdorf, hat mehr Glück: Zwischen zwei Happen Pommes berichtet sie über den Kauf eines Nintendo-Spiels für acht Euro. „Das kostet sonst 20 Euro“, erzählt sie strahlend.

So wie den beiden Mädchen geht es vielen Kindern auf dem Neustädter Flohmarkt. Das heißt die Kinder versuchen, ausrangiertes Spielzeug zu verkaufen und gleichzeitig etwas zu erhaschen, was im Geschäft viel teurer wäre. Die Mütter und Väter freut es, denn die Kinderzimmer werden ausgeräumt. Und sie selbst versuchen sich auch gerne als Anbieter und verkaufen ausrangierte Dinge vom Speicher oder aus den Schränken. Die Waren gehen gut weg: Es gibt großes Interesse an den vielfältigen Angeboten, seien es Haushaltswaren, Freizeitartikel oder schlicht Schnickschnack, der gut gefällt.

Der Bürgerpark im Herzen der Stadt bietet für den Flohmarkt ein herrliches Ambiente, denn der Förderverein hat dafür gesorgt, dass er zu einem beliebten Freizeitgelände geworden ist. Ein weiteres Plus ist die geringe Standgebühr von nur vier Euro, die zu 100 Prozent in den Bürgerpark fließt: Als nächstes will der Förderverein Bürgerpark eine Boule-Anlage und eine Tischtennisplatte aufbauen.

Am Samstag gab es neben dem Flohmarkt noch eine weitere Attraktion: seltsam gekleidete junge Menschen. Doch sie hatten nicht einfach die falsche Mode ausgesucht: Sie sind Cosplayer, also Fans japanischer Manga-Comics. „Es geht darum, die Figur, die man darstellen möchte, so gut wie möglich zu verkörpern“, erzählt der Neustädter Jonas Purwies. „Das ist wie Fasching, nur etwas professioneller“, ergänzt er und erzählt, dass die Mangas in Deutschland noch nicht so verbreitet und meist nur im Internet zu kaufen seien. „Die Comics werden von Hinten nach Vorne und von oben rechts nach unten links gelesen“, betont er.

Was die Jungen und Mädchen darstellen, kann nur verstehen, wer die Manga-Comics kennt. „Das Anziehen geht ganz schnell, aber das Make-up und so weiter dauert etwas länger“, erklärt die Neustädterin Alissa Schlicht, die nicht nur falsche Haare trägt, sondern auch gefärbte Kontaktlinsen und zu einer kleinen Gruppe Mädchen gehört, die mit Unterstützung der Neustädter Stadtjugendpflege eine kleine Cosplayer-Veranstaltung am Samstag organisiert hatte.

von Klaus Böttcher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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