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Ostkreis Jugend sagt, wo sie der Schuh drückt
Landkreis Ostkreis Jugend sagt, wo sie der Schuh drückt
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19:04 04.03.2012
Wie ist das Angebot für Jugendliche? Wie können sie Veranstaltungen erreichen? Antworten auf diese Fragen erhoffen sich Sebastian Habura und Anika Leineweber vom Jugendgipfel. Quelle: Florian Lerchbacher

Neustadt. Wer kennt die Mängel im Angebot für Jugendliche besser als die Jugendlichen selbst? Niemand. Um die Defizite zu finden und – wenn möglich – zu beheben, initiieren acht Mitarbeiter des für die Jugendpflege zuständigen Vereins zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit (bsj) mit Unterstützung der Stadt am Mittwoch, 14. März, den ersten Neustädter Jugendgipfel.

„Unser Ziel ist eine Sozialraumanalyse der Experten – also der Jugendlichen“, erklärt Stadtjugendpfleger Sebastian Habura. Jeweils 15 Schüler aus den Jahrgängen 6 bis 9 der Martin-von-Tours-Schule sollen an dem geplanten Jugendgipfel teilnehmen. „Am besten wäre es, wenn aus jeder Gruppe jemand dabei ist, damit alle Interessen vertreten werden“, betont Haburas Kollegin Anika Leineweber.

An ihrem „großen Tag“ sollen sich die Jugendlichen zunächst während eines „Stationslaufs“ zu den Feldern „Mobilität“, „gute und schlechte Orte“, „Angebote der Jugendarbeit“ sowie „Freizeitangebote und -beschäftigungen“ äußern. „Dann können wir uns ein Bild davon machen, was die verschiedenen Altersstufen bewegt, wie sie die Themen wahrnehmen und was ihnen fehlt“, erklärt Leineweber. „So werden wir auf Missstände aufmerksam gemacht und erfahren, was fehlt – aber auch, was gut ist oder sich verbessert hat“, ergänzt Habura.

Bei der Mobilität sei zum Beispiel interessant, wie Jugendliche Angebote erreichen können – beziehungsweise, ob dies überhaupt der Fall ist, oder ob sie aufgrund fehlender Mobilität die Angebote erst gar nicht wahrnehmen können.

In der zweiten Phase des Jugendgipfels, der „Visionsphase“, soll der Nachwuchs erläutern wie er sich Angebote vorstellt, Verbesserungs- oder Veränderungsvorschläge machen und Ziele vorgeben.

Damit die Jugendlichen aber auch Gehör finden, folgt Phase drei: Vor dem Bürgermeister, der Presse und – wenn möglich – auch den Vereinsvorständen präsentieren sie ihre Ergebnisse, Erkenntnisse und Visionen.

Nach dem Abschluss ist es dann an den Mitarbeitern der Jugendpflege, die Ergebnisse auszuwerten und im Optimalfall auch Änderungen auf den Weg zubringen. „Ob und inwiefern die entstandenen Pläne zu realisieren sind, wird sich erst nach der Evaluation der Veranstaltung zeigen“, hebt Habura hervor. Wichtig sei jedoch dass die Jugendlichen ihr Verständnis von Freizeitkultur darstellten – die bestgemeinten Pläne von Stadt oder Vereinen helfen schließlich nicht, wenn sie an der Zielgruppe vorbeizielen. Sicher sei, dass durch das Projekt „wichtige individuelle Kompetenzen entwickelt und die eigene Selbstwirksamkeit erfahren werden“, fasst Habura zusammen.

von Florian Lerchbacher