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Ostkreis Jetzt haben die Niederwälder das Wort
Landkreis Ostkreis Jetzt haben die Niederwälder das Wort
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17:45 03.01.2014
Die Kiesvorräte dieses Wasserlochs reichen nur noch für ein Jahr. Nördlich dieser Wasserfläche könnte es entlang der Bundesstraße 62 eine weitere, 14,1 Hektar große Auskiesungsfläche geben. Foto: Matthias Mayer
Niederwald

Es ging um den Kies, der unter Niederwald liegt und den Ort ringsum umgibt - bis an den Ortsrand von Anzefahr. Theoretisch, so Ortsvorsteher Henning Welk am Donnerstagabend im Dorfgemeinschaftshaus, könne die ganze Landschaft rund um den Ort in eine Seenplatte verwandelt und das Dorf zu einer Insel werden. Der Ortsvorsteher hatte zu diesem Zeitpunkt zu der Sitzung geladen, weil bereits am 14. Januar beim Regierungspräsidium in Gießen ein erster Anhörungstermin zur geplanten Erweiterung der Auskiesungsfläche stattfindet.

Der Ortsbeirat wolle dort nicht seine Meinung, sondern die Mehrheitsmeinung der Niederwälder Bürgerinnen und Bürger vertreten. „Diese Meinung kennen wir nicht“, erklärte Welk, und kündigte die zeitnahe Verteilung von Infoblättern und Fragebögen an, deren Auswertungsergebnis Grundlage für die künftige Position des Ortsbeirats sein werde. Die Ortsbeiratssitzung im Vorfeld solle der Information dienen.

Welk berichtete von der in absehbarer Zukunft wegen des Risikos eines hydraulischen Grundbruchs nicht realisierbaren Absicht der Firma Cemex, ihr Abbaugebiet in das Ohmrückhaltebecken zu verlegen. Als Alternative beantrage Cemex jetzt die Genehmigung für eine nördlich des jetzt ausgebeuteten Baggersees liegende 14,1 Hektar große Auskiesungsfläche, die dem Kieswerk vier bis fünf weitere Förderjahre bringen würde (die OP berichtete ausführlich). Henning Welk erklärte, dass diese geplante Auskiesungsfläche ebenso wenig verfüllt werde, wie die jetzige Fläche, deren Kiesvorrat noch für ein Jahr reiche. Allein der direkt am Kieswerk ligende See werde bis auf eine kleine Wasserfläche für ein Biotop verfüllt.

Aus den beiden neuen Seen könnte eine große Wasserfläche entstehen, die nach Vorstellungen des Bürgermeisters renaturiert und zum Teil als Badesee genutzt werden könne, berichtete Henning Welk aus einem Gespräch mit Jochen Kirchner.

Die Meinungsäußerungen aus dem Publikum bewegten sich zwischen vorsichtiger Skepsis und schroffer Ablehnung. Niederwald habe alle Lasten der Auskiesung zu tragen, ohne im geringsten von dieser zu profitieren, sagte ein Bürger auch unter Hinweis auf die Tatsache, das von den vier Mitarbeitern des Kieswerks keiner aus Niederwald stamme.

Ein weiteter Bürger monierte, dass die Betreiber des Kieswerks Zusagen nicht eingehalten hätten und verwies auf die nun ausbleibende Verfüllung der Wasserlöcher und einen noch immer nicht rückgebaute Damm. Zudem wurden konkrete Sorgen und Ängste geäußert:

n Gefahr für Kinder: Die Wasserlöcher seien nur an den betrieblichen Einrichtungen durch Zäune gesichert. Sonst seien die steilen Uferböschungen zugänglich - auch für Kinder, klagte ein Anwohner. n Belästigung durch wildes Parken und nächtliche Parties: Unliebsame Begleiterscheinung von Badeseen drohten den Niederwäldern direkt vor der Haustür, warnte ein Mann. n Setzungsschäden an Gebäuden durch Grundwasser-Bewegungen. Laut Cemex gebe es keine auffälligen Veränderungen des Grundwasserspiegels, antwortete Henning Welk auf die entsprechende Frage einer Anwohnerin. Allerdings gebe es für Niederwald kein hydrologisches Gutachten. Während einige Versammlungsteilnehmer bereits die Gründung einer Bürgerinitiative forderten, stimmten der Ortsvorsteher und die beiden Ortsbeiräte Karl-Heinz Geil und Gerhard Wiegand einstimmig für die Fragebogenaktion.Die übrigen Ortsbeiräte durften an Beratung und Abstimmung nach den Vorgaben der Hessischen Gemeindeordnung nicht teilnehmen, da sie als Eigentümer von Grundstücken im Auskiesungsgebiet vom Ausgang der Verabredungen un-mittelbar betroffen sein könnten.

von Matthias Mayer

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