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Jetzt beginnt das große Zittern

Zu niedrige Fahrgastzahlen Jetzt beginnt das große Zittern

Seit Dezember 2016 ist der Stadtallendorfer Bahnhof ein Intercityhalt. Von Beginn an war klar, dass die Bahn das Angebot zunächst für zwei Jahre testen wird.

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Eine Gruppe muss ganz sicher umziehen

Im Dezember 2016 begrüßten die Stadtallendorfer Musikanten den ersten zusätzlichen Intercity musikalisch. 

Quelle: Matthias Mayer

Stadtallendorf. Zwölf Inter­cityhalte hat Stadtallendorf täglich. Wer will, kann von dort ohne Umsteigen bis Rügen fahren oder bis Karlsruhe oder Hamburg. Ob dies in einem Jahr noch so sein wird, muss sich weisen. Denn: Die Bahn AG ist offenbar weiterhin denkbar unzufrieden mit den Fahrgastzahlen in Stadtallendorf. Das hatte sich bereits bei der ersten Halbjahresbilanz vor rund sechs Monaten gezeigt.

Dem Vernehmen nach hat sich die Situation nicht verbessert. Seinerzeit hatte die Bahn mitgeteilt, dass im Durchschnitt weniger als fünf Reisende in Stadtallendorf ein- oder ausgestiegen waren. Die doppelte Zahl wäre nötig, damit das Angebot lukrativ für das Unternehmen wird. So die damaligen Bahnangaben.

Inzwischen ist ziemlich genau ein Jahr seit Einführung des Intercityhalts in Stadtallendorf vergangen. Die OP fragte bei der Bahn in Frankfurt nach einer Jahresbilanz. Zu den Fahrgastzahlen wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Zurzeit liefen verschiedene Gespräche über die Zukunft des Angebotes, heißt es vonseiten des Unternehmens.

Somogyi will nicht aufgeben

Eine Entscheidung gibt es definitiv noch nicht. Sie soll erst im Laufe des Jahres fallen. Bei der Einführung des Intercityhaltes hatte sich die Bahn im Sommer 2016 festgelegt. Ein Vorlauf von mehreren Monaten ist allein schon wegen der regulären Fahrplanumstellung erforderlich.

Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) hat von der Bahn allerdings inzwischen eine erste Aussage erhalten. „Man hat signalisiert, dass die tatsächlichen Fahrgastzahlen den Erwartungen nicht entsprechen“, sagte er auf Nachfrage dieser Zeitung. Er will nun Gespräche mit der Bahn führen, um Details zu erfahren.

Hintergrund

Stadtallendorf liegt an der Intercitylinie Stralsund – Hamburg – Frankfurt – Karlsruhe und ist ein sogenannter Systemhalt. Bis zur Aufwertung Ende 2016 gab es lediglich einen Intercityhalt in Richtung Frankfurt in den frühen Morgenstunden. 

Aufgeben will Stadtallendorfs Bürgermeister nicht. Es dauere eben seine Zeit, bis sich ein solches Angebot etabliere, so seine Einschätzung.

Allerdings hatte sich das Bahnangebot speziell für Pendler in das Rhein-Main-Gebiet bereits vor der Einführung des Intercityhaltes deutlich verbessert. Darin hatte auch die Bahn vor einem halben Jahr einen möglichen Grund für die überraschend niedrigen Fahrgastzahlen gesehen.

Werbekampagne könnte helfen

Somogyi rührt bereits wieder die verbale Werbetrommel. Es gebe genügend Potenzial für die Fernzuganbindung des Industriezentrums und des Divisionsstandortes Stadtallendorf, so seine Einschätzung.

Dass Stadtallendorf seinerzeit beim Intercityangebot derart aufgewertet wurde, war auch einem breiten Bündnis aus Politik, Industrieunternehmen und der Division Schnelle Kräfte zu verdanken. Auch Städte aus der Region hatten an die Bahn seinerzeit appelliert, Stadtallendorf zum Intercityhalt zu machen.

Mit den damaligen Bündnispartnern will Somogyi auch jetzt den Schulterschluss suchen. Außerdem denke er über eine Werbekampagne nach.

Damit Stadtallendorf beim Fahrplanwechsel 2016/2017 überhaupt zwölf Intercityhalte erhielt, war ein planerischer Kraftakt auf der vielgenutzten Strecke Main-Weser-Bahn nötig. Wabern hatte unter anderem deshalb auf Halte verzichten müssen. Allerdings lagen dort im Vorfeld der Entscheidung für Stadtallendorf auch sehr niedrige Fahrgastzahlen vor. Dort sollten ursprünglich sogar sechs der einst acht Intercityhalte wegfallen. Nach massivem Widerstand waren es letztlich drei.

von Michael Rinde

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