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Ostkreis Jeder Mensch kann ein Lebensretter werden
Landkreis Ostkreis Jeder Mensch kann ein Lebensretter werden
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18:10 17.04.2013
Seit Ostern weiß Rüdiger Edinger, dass er unter Leukämie leidet. Nun ist er auf seine Mitmenschen angewiesen.Privatfoto
Stadtallendorf

Rüdiger Edinger hat Blutkrebs, ist derzeit in ärztlicher Behandlung und abhängig von seinen Mitmenschen, denn aller Wahrscheinlichkeit nach kann nur eine Stammzellspende seine einzige Rettung sein.

Seine Tochter Ruth Ebert und seine Arbeitskollegin Daniella Csertöi haben derzeit alle Hände voll zu tun, in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei(DKMS) eine Typisierungsaktion zu organisieren, um einen potenziellen Stammzellenspender zu finden - für Rüdiger Endinger oder eben einen anderen schwerkranken Menschen (die OP berichtete). „Die Gewebemerkmale von Patient und Spender müssen nahezu hundertprozentig übereinstimmen, damit eine Transplantation erfolgreich durchgeführt werden kann. Anders als bei den verschiedenen Blutgruppen, ist die Übereinstimmung der Gewebemerkmale zweier Menschen allerdings äußerst selten. Deshalb ist es sehr wichtig, dass so viele Menschen wie möglich als potenzielle Stammzellspender registriert sind“, sagt Rabea Karthoff von der DKMS und erklärt die Schwierigkeiten auf der Suche nach Hilfe: „Bei häufigen Merkmalskombinationen kann ein Spender unter 20000 gefunden werden, bei seltenen Gewebemerkmalen findet sich eventuell unter mehreren Millionen kein passender Spender.“

Rund zehn Minuten Zeit müssen Bürger am Samstag mitbringen - und zudem bereit sein, einen kleinen Pieks zu ertragen und sich fünf Milliliter Blut abnehmen zu lassen, die analysiert werden.

Was passiert, wenn sich ein passender Spender findet

Sollte sich tatsächlich ein Patient finden, dessen Gewebemerkmale in acht von zehn Punkten übereinstimmen, kann sich der potenzielle Spender entscheiden, ob er tatsächlich zur Spende bereit ist.

Ist er dies, gibt es zwei verschiedene Entnahmeverfahren für Knochenmark- oder Stammzellen, wie Karthoff erklärt. Selten sei inzwischen die mit einem zwei- bis dreitägigen Krankenhausaufenthalt verbundene Knochenmarkentnahme, bei der dem Spender das Blut-Knochenmarkgemisch unter Vollnarkose direkt aus dem Beckenkamm entnommen wird. „Es bildet sich übrigens nach zwei Wochen wieder vollständig nach“, betont Karthoff und erläutert: Die wesentlich häufigere Methode sei die „periphere Stammzellentnahme“: „Dem Spender wird über mehrere Tage ein Medikament verabreicht, welches die Produktion der Stammzellen im Knochenmark anregt und diese in die Blutbahn ausschwemmt. Nach dieser Vorbehandlung werden die Stammzellen über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt.“ Dies erfolgt ambulant und dauert in der Regel vier Stunden.

Karthoff erklärt auch, was dann passiert: „Nach etwa zwei bis vier Wochen gibt der Anstieg der weißen Blutkörperchen erste Anhaltspunkte dafür, ob die neuen Stammzellen ihre Aufgabe aufgenommen haben und - wie gewünscht - gesunde Blutzellen bilden. Ist beim Patienten ein stetiger Anstieg weißer Blutkörperchen nachweisbar ist, steigt auch seine Chance auf ein zweites Leben.“

Grundsätzlich kommt jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren, der mindestens 50 Kilo wiegt, als Spender in Frage. Ausschlussgründe sind beispielsweise schwere Erkrankungen des Herzens oder der Lunge, chronische Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes, Krebserkrankungen, Hepatitis B, C oder D.

Doch auch, wer als Spender nicht in Frage kommt, kann Daniella Csertöi und Ruth Ebert, vor allem jedoch Rüdiger Edinger und andere erkrankte Menschen mit einer Geldspende unterstützen: Die Neuaufnahme eines potenziellen Lebensspenders kostet die DKMS jeweils rund 50 Euro - Ursache sind die hohen Laborkosten, die bei der Untersuchung entstehen, und an denen sich weder Staat noch Krankenkassen beteiligen.

Die Hilfsbereitschaft bei der Organisation und Umsetzung der Typisierungsaktion am Samstag von 10 bis 16 Uhr in der Stadtallendorfer Mehrzweckhalle ist groß. Bleibt zu hoffen, dass sich dann noch möglichst viele Menschen finden, die sich als potenzieller Lebensretter für ihre Mitmenschen einsetzen wollen.

Weitere Infos gibt es im Internet unter www.dkms.de

von Florian Lerchbacher

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